Kunst- und Kulturstiftung

Urner Musiker sahnen tüchtig ab

Das Kuratorium hat im ganz kleinen Kreis ein Werkjahr, einen Projektbeitrag und zwei Förderpreise vergeben.

Urs Hanhart
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Die Preisträger (von links) Mario Gisler, Fabienne Gähwiler, Max Ehrengruber, Christian Indergand, Fränggi Gehrig und Mario Schelbert.

Die Preisträger (von links) Mario Gisler, Fabienne Gähwiler, Max Ehrengruber, Christian Indergand, Fränggi Gehrig und Mario Schelbert.

Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 5. Dezember 2020)

Aufgrund der aktuellen Einschränkungen im Zusammenhang mit der Coronapandemie musste die Kunst- und Kulturstiftung Uri in diesem Jahr erstmals auf eine öffentliche Übergabefeier verzichten. Die am Samstag im Haus für Kunst abgehaltene Feier fand ausschliesslich in Anwesenheit der Preisträger sowie des Kuratoriums statt. Vergeben wurden im Rahmen der 39. Auflage der Urner Werk- und Förderungsausstellung das mit 20000 Franken dotierte Urner Werkjahr, zwei Förderungspreise und ein Projektbeitrag.

Kunst und Förderungsausstellung im Haus für Kunst: Jazzmusiker Lukas Traxel sorgte für die musikalische Umrahmung.

Kunst und Förderungsausstellung im Haus für Kunst: Jazzmusiker Lukas Traxel sorgte für die musikalische Umrahmung.

Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 5. Dezember 2020)

Viele Bewerber aus der Sparte Musik

In diesem Jahr gab es insgesamt 18 gültige Bewerbungen, wobei zehn Kunstschaffende zum ersten Mal teilnahmen. Elisabeth Fähndrich, Präsidentin des Kuratoriums, kam die schöne Aufgabe zu, die Preise zu übergeben. Einleitend betonte sie: «Die aus den Bewerbungen entstandene Ausstellung zeigt einen vielfältigen Ausschnitt aus dem aktuellen Urner Kulturschaffen. Hier in Uri pflegen wir die unjurierte Ausstellung, was den Vorteil hat, dass sich immer wieder neue Kunstschaffende präsentieren können.» Auffallend ist, dass über ein Viertel der Teilnehmenden aus der Sparte Musik stammen. Dazu gehört auch der Gewinner der höchsten Auszeichnung, die jeweils vergeben wird. Der bekannte Akkordeonist und Komponist Fränggi Gehrig aus Andermatt erhielt das Urner Werkjahr zugesprochen. Ein Projektbeitrag von 6000 Franken ging ebenfalls an einen Musiker, und zwar an den Singer-Songwriter Mario Schelbert für die Realisierung des Albums «Hour of Extravaganza».

Installation des Küstlerduos Mario Gisler/Fabienne Gähwiler.

Installation des Küstlerduos Mario Gisler/Fabienne Gähwiler.

Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 5. Dezember 2020)

Über Förderungsbeiträge von je 4000 Franken freuen durften sich die jungen Urner Künstler Christian Indergand und Mario Gisler. Indergand zeigt die gemeinsam mit Max Ehrengruber entwickelte Fotoserie «Flowers». Gisler bildet mit Fabienne Gähwiler ein Künstlerduo, das im Haus für Kunst mit einer Installation vertreten ist. Im Rahmen der diesjährigen Werk- und Förderausstellung präsentiert der in Erstfeld wohnhafte Andreas Wegmann eine raumfüllende Klanginstallation im Danioth-Pavillon. Er hat vom Kuratorium die «Carte blanche» erhalten.

Klanginstallation von Andreas Wegmann.

Klanginstallation von Andreas Wegmann.

Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 5. Dezember 2020)

«Kunst braucht Publikum. Das wissen wir nicht erst seit Corona. Aber in diesen merkwürdigen Zeiten wird es uns drängender bewusst als auch schon», sagte der Kulturjournalist Urs Bugmann in seiner Laudatio. Kunst brauche Resonanzräume, ein Echo und die Antwort eines Gegenübers. Auch das Publikum brauche die Kunst. «Die Lust auf Verwandlung und Entfaltung sowie die Neugier sind die Triebkräfte für beide Seiten», so Urs Bugmann.

Kein nachhaltiger Schaden durch Corona

Regierungsrat Beat Jörg wies in seiner Ansprache darauf hin, dass die Exekutive in Zusammenhang mit der Coronakrise ein ganzes Paket an Massnahmen für die Kultur im Kanton Uri geschnürt habe. Und er wurde auch konkret: «So werden Leistungsvereinbarungen weiterhin ungeschmälert ausgezahlt, Beiträge an verschobene oder abgesagte Veranstaltungen ohne Abstriche geleistet, und im Rahmen der Ausfallentschädigungen an Kulturschaffende und Kulturunternehmen hat der Kanton gemeinsam mit dem Bund zwischen März und September rund 900000 Franken zur Verfügung gestellt.» Für die Zeit von Oktober 2020 bis Dezember 2021 stelle der Kanton gemeinsam mit dem Bund wieder 845000 Franken bereit.

Installation von Esther Tresch Hagenbuch.

Installation von Esther Tresch Hagenbuch.

Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 5. Dezember 2020)

«Mit Blick auf all diese Massnahmen bin ich überzeugt, dass der Kulturkanton Uri ohne grossen nachhaltigen Schaden aus der Coronakrise kommen wird», so der Kulturdirektor und weiter: «Zudem bin ich überzeugt, dass sich das vielfältige und reiche Kulturleben in Uri dank unserer Anstrengungen trotz Corona weiterhin dynamisch entwickeln kann. Ich glaube fest daran, dass das Ende ein gutes sein wird.»

Die aktuelle Ausstellung im Haus für Kunst kann bis am 10. Januar besucht werden.