Spiringen: Kunsteisbahn beim Holzboden ist machbar

Die Natureisbahn in Spiringen konnte noch nicht oft geöffnet werden. Derweil herrscht auf dem Eisfeld in Andermatt Hochbetrieb.

Lucien Rahm
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Kleine Schlittschuhläuferinnen auf dem Eisfeld in Andermatt.

Kleine Schlittschuhläuferinnen auf dem Eisfeld in Andermatt.

Bild: Valentin Luthiger/PD

In Andermatt hat das Gästeaufkommen über die Festtage zum Teil für ausgelastete Skipisten und Loipen gesorgt. Wer sich nicht ins Getümmel stürzen wollte, hatte dennoch eine Möglichkeit, sich wintersportlich zu betätigen. «Einige Gäste haben ihr Programm auf das Eisfeld verlegt», sagt Jacqueline Baumann, Leiterin Tourist Information der Andermatt-Urserntal Tourismus GmbH. «Während der Festtage boomte das Eisfeld regelrecht.»

Bereits seit der Eröffnung Ende November sei die rund 800 Quadratmeter grosse Eisfläche gut besucht. «Durch die kühlen Tage sowie die geringen Schneemengen während des Aufbaus des Eisfeldes konnte planmässig gestartet werden», sagt Baumann. In der vorangehenden Saison habe man erst später eröffnen können, was sich sicher auch auf die Besucherzahlen ausgewirkt habe.

Die Betreiber des Andermatter Eisfeldes setzen diesmal noch mehr auf Gruppenangebote als im Winter davor. «Konnte man letztes Jahr Eisstockschiessen und Eislaufen, wird das Angebot diese Saison mit der Eis-Olympiade sowie dem Eisstockturnier erweitert.» Bei Letzterem treten jeweils zwei Gruppen auf einer Eisstockbahn gegeneinander an.

Zu hohe Temperaturen für Spirgner Eisfeld

Anders präsentiert sich die Situation momentan in Spiringen. Die dortige Natureisbahn auf dem Holzboden hätte eigentlich schon Mitte Dezember aufgehen sollen. «Dann kam aber gerade eine Föhnphase», sagt Gemeindeschreiber Rolf Baumann auf Anfrage. Bei zu hohen Temperaturen kann keine ausreichend dicke Eisschicht erzeugt werden. Seit vorletztem Sonntag konnte die Bahn nun aber dreimal geöffnet werden – ehe es am Donnerstag wieder zu warm wurde. Um den Betrieb ermöglichen zu können, sollten in der Nacht Minustemperaturen herrschen. Dann könne der Eismeister das Feld mit Wasser besprühen, welches dann zu Eis wird, erklärt Baumann. Würde Schnee fallen, könnte auch dieser zu einer Eisschicht gepresst werden.

Immerhin: Die Eisbahn sei an den Tagen, an denen sie bislang zugänglich war – darunter der Dreikönigstag –, gut besucht gewesen, so Baumann. Nun hofft die Gemeinde auf eine Rückkehr der Kälte. Weitere Öffnungen sind möglich bis zum Saisonschluss am 7. März.

Ende Jahr soll für die Natureisbahn dann die 17. und letzte Saison anbrechen. Danach möchte sie der Gemeinderat durch eine Kunsteisbahn ersetzen (wir berichteten). Hierzu hat er mittlerweile eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Diese habe nun gezeigt, dass eine Kunsteisbahn auf dem Holzboden realisiert werden kann, so Baumann. Nun gehe es darum, das notwendige Geld für die Projektplanung zusammenzubringen.

Benötigt werden 50000 Franken. Davon seien 34000 bereits zugesichert worden. 25000 Franken kommen aus dem Förderprogramm «Neue Regionalpolitik» von Bund und Kanton. Die übrigen 9000 Franken stammten vom Eishockeyclub Uri, zwei Förderstiftungen sowie privaten Spendern aus der Region. Der Gemeinderat sei zuversichtlich, dass bis zur Einwohnergemeindeversammlung am 14. Mai auch die restlichen 16000 Franken zusammenkommen, sagt Baumann.

Gesamtkosten betragen 4,5 Millionen Franken

Falls die Mittel bis dann beisammen sind und die Spirgner Stimmbevölkerung den Planungskredit an der Gemeindeversammlung bewilligt, soll eine Planungskommission das Projekt innerhalb eines Jahres erarbeiten. Die Gesamtkosten für die Kunsteisbahn inklusive Infrastruktur und Erweiterung der umliegenden Lokalitäten würden rund 4,5 Millionen Franken betragen. Das ausgearbeitete Projekt möchte der Gemeinderat den Spirgner Stimmbürgern dann an der Versammlung im Mai 2021 präsentieren können.