Kunsteisbahn in Spiringen soll im Oktober 2022 in Betrieb genommen werden

Die Spirgner sagten Ja zu allen Geschäften. Klare Zustimmung gibt es auch für die finanzielle Unterstützung der Dorfladen-Genossenschaft.

Christian Tschümperlin
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Der Dorfladen im St. Anton ist das letzte Lebensmittelgeschäft in Spiringen.

Der Dorfladen im St. Anton ist das letzte Lebensmittelgeschäft in Spiringen.

Bild: Franz Imholz (Spiringen, 23. Juli 2020)

An der Gemeindeversammlung Spiringen am Donnerstagabend in der Turnhalle des Kreisschulhauses wurden alle Traktanden einstimmig angenommen. Damit die Distanz- und Hygieneregeln eingehalten werden konnten, trafen die 46 Personen, davon 42 stimmberechtigt, frühzeitig und gestaffelt ein.

Vorgestellt und angenommen wurde unter anderem das Budget 2021: Bei einem Aufwand von 3,373 Millionen Franken und einem Ertrag von 2,976 Millionen Franken sieht dieses ein Minus von 396'635 Franken vor. Als Grund hierfür sieht Gemeindeschreiber Rolf Baumann hauptsächlich die Abstimmung vom 27. September über den Finanz- und Lastenausgleich. «Wir bekommen weniger Finanzlastenausgleichsbeiträge vom Kanton. Deshalb waren kleine Gemeinden wie Unterschächen, Wassen, Isenthal oder eben Spiringen gegen diese Vorlage», sagt er.

Haushälterischer Umgang mit finanziellen Mitteln wichtig

Weil das Kreisschulhaus Spiringen saniert werden muss, wird der Steuerfuss bei 115 Prozent belassen. Auch der Kapitalsteuersatz für Unternehmen soll weiterhin bei 2,4 Promille liegen. Der Gemeinderat sieht finanzielle Unsicherheiten bei der Pflegefinanzierung und bei der wirtschaftlichen Sozialhilfe. «Sämtliche Behörden und Kommissionen werden angehalten, auch in Zukunft mit den finanziellen Mitteln haushälterisch umzugehen.»

Bei der Finanzplanung 2022 bis 2024, die anders als das Budget nicht verbindlich ist, rechnet man damit, dass die Abschreibungen der bevorstehenden Investitionen die kommenden Jahresergebnisse sehr belasten werden. Die Gemeinde Spiringen weist keine zu verzinsenden Darlehen auf. Trotzdem können auf der Ausgabenseite Einsparungen nur in geringem Masse vorgenommen werden.

Höhepunkt der Gemeindeversammlung war aber die Präsentation des Projektes Kunsteisbahn Holzboden. Diese soll ab April 2022 gebaut werden und ab Oktober 2022 in Betrieb gehen. «Mit der Kunsteisbahn Holzboden wird die Förderung und Ausbildung von Jugendlichen ermöglicht werden. Hier trainieren vielleicht Olympiasieger von morgen?», heisst es in der Präsentation.

Freie Fahrt für Dorfladen-Genossenschaft

Zur Abstimmung kamen wichtige finanzielle Unterstützungen. Weil die Feinbäckerei Hauger den Mietvertrag vom jetzigen Dorfladen St. Anton per Dezember 2020 gekündigt hat, wurde im Mai 2020 bei der Bevölkerung eine Umfrage betreffend Gründung einer Dorfladen-Genossenschaft gemacht. Ziel ist es nun, dass es in Spiringen einen Dorfladen mit einem attraktiven Sortiment an Frischwaren und viel einheimischen Produkten sowie einer integrierten Postagentur gibt. Eine Umfrage zeigt, dass über 40 Prozent der 350 Haushalte von Spiringen sich vorstellen können, wöchentlich im Dorfladen einzukaufen und auch einer Dorfladen-Genossenschaft beizutreten. Eine Arbeitsgruppe «Neuer Dorfladen Spiringen» hat die Kosten für den Umbau der Räume, das Inventar des Ladens, die Erstbestückung des Ladensortiments und einem Sicherheitsdepot zusammengestellt. Diese belaufen sich auf 450'000 Franken. Der Gemeinderat beantragte einen Kredit von 20'000 Franken als Unterstützungsbeitrag und 80'000 Franken als Darlehen an die zukünftige Dorfladen-Genossenschaft Spiringen. Kredit und Darlehen wurden einstimmig angenommen.

Weiter wurde ein Kreditbegehren von 90'000 Franken für die Sanierung der Heizungsanlage vom Primarschulhaus Spiringen der Bevölkerung zur Abstimmung vorgelegt. Die aktuelle Ölheizung ist 34 Jahre alt und hat ihre Lebensdauer erreicht. Auch diese Vorlage wurde von den Stimmberechtigten einstimmig und ohne jegliche Nachfragen angenommen.

Als Schulrätin wiedergewählt wurde Ariela Gisler-Thalmann. Für die beiden Kreisschuldelegierten Esther Büeler-Arnold und Vreni Gisler-Schuler, welche sich nicht mehr zur Wiederwahl zur Verfügung stellen, wurden als zwei neue Mitglieder gewählt: Heinz Scheiber und Esther Herger.