Kolumne

Künstliches Gras polarisiert

Redaktor Philipp Zurfluh blickt zurück auf sein Jahr 2019.

Philipp Zurfluh
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Redaktor Philpp Zurfluh.

Redaktor Philpp Zurfluh.

Bild: Florian Arnold

Heutzutage ist er aus der Fussballszene nicht mehr wegzudenken: der Kunstrasen. In der Zentralschweiz verfügt eine Mehrheit der Vereine über einen solchen. Auch in Schattdorf und Erstfeld rollt der Ball auf der synthetischen Unterlage. In Altdorf wird vorerst nur auf Naturrasen gekickt, zum Leidwesen des hiesigen Fussballklubs, der sich für eine Umrüstung der Suworowmatte von Rasen auf Kunstrasen stark gemacht hatte. Die Bevölkerung hat wohl die Kosten als zu hoch eingeschätzt und den Bedarf als nicht erwiesen empfunden.

Während des Abstimmungskampfs ist unsere Redaktion mit Leserzuschriften überflutet worden wie selten zuvor. Das Thema Kunstrasen war in aller Munde und hat bewegt sowie polarisiert. Auch in meinem persönlichen Umfeld bekam ich das hautnah mit, die Meinungen waren gespalten, es wurde eifrig debattiert. Es äusserten sich auch viele Menschen, die ansonsten wenig oder gar nichts mit Fussball am Hut haben.

Als langjähriger und leidenschaftlicher Fussballer weiss ich bestens Bescheid über die Vor- und Nachteile der natürlichen und künstlichen Unterlage. Ich spielte in früheren Jahren nur ungern auf Kunstrasen. Sprung- und Kniegelenke werden stärker belastet, da der Boden weniger nachgibt. Er wird auch deshalb von vielen verteufelt. Doch alles halb so schlimm. Man gewöhnt sich rasch daran, so mein Fazit.

Einem regionalen Sportzentrum hat die Regierung im Jahr 2016 eine Abfuhr erteilt. Das Bedürfnis in den Gemeinden sei zu wenig gross. Sie unterstrich aber den Mangel an Fussballplätzen im Kanton. Mit der Abstimmung vom Oktober ist das Thema Kunstrasen vom Tisch – aber nur vorerst. Die Debatte wird in den kommenden Jahren wieder aufflammen. Kunstrasenplätze sind im heutigen Fussballbetrieb unverzichtbar.