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KUNSTPROJEKT: Huber erinnert an magische Welten

In Uri stehen seit gestern sechs «Toggäli». Geschaffen hat sie der Urner Künstler Urs Huber, der auch mit uralten Indianerweisheiten vertraut ist.
Die «Toggäli» (hier in Altdorf) zogen gestern viele Blicke auf sich. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ (abfotografiert))

Die «Toggäli» (hier in Altdorf) zogen gestern viele Blicke auf sich. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ (abfotografiert))

Markus Zwyssig

Eigentlich könnte er sich zur Ruhe setzen. Doch der 68-jährige Architekt, Ethnologe und Künstler Urs Huber (Bild) denkt nicht daran. Zurzeit ist er mit einem ehrgeizigen Projekt beschäftigt. 13 «Toggäli»-Skulpturen will er im Kanton Uri aufstellen. Sie symbolisieren den Mondkalender und sind eine Hommage an den bekannten Urner Arzt Eduard Renner. Dieser hat das viel beachtete Buch «Goldener Ring über Uri» geschrieben und war Urs Hubers Grossvater (siehe Kasten rechts).

Vier «Toggäli» übergeben

Mit dem Projekt des Künstlers geht es nun rasant vorwärts. Zwei «Toggäli» stehen bereits seit längerer Zeit beim Kreisel in Flüelen und beim Bahnhof Altdorf. Gestern kamen vier weitere Skulpturen dazu. Huber, der Urner Künstler, der in Zürich-Witikon lebt, konnte ein «Töggäli» bei der kantonalen Verwaltung an der Klausenstrasse der Regierung und ein weiteres beim Höfli-Spielplatz der Gemeinde Altdorf übergeben. Zwei weitere erhielt die Gemeinde Wassen: bei der Dorfeinfahrt und bei der Post. Für den «Toggäli»-Tag konnte der Künstler Urs Huber einige mobilisieren: Regierungsrat Markus Züst, der Altdorfer Gemeindepräsident Urs Kälin, die Wassner Gemeindepräsidentin Kristin T. Schnider, die Wassner Landrätin und Gemeinderätin Verena Walker-Epp sowie Generalvikar Martin Kopp hielten kurze Ansprachen. Zudem spielte die Geoff Bull’s Jazz Band aus New Orleans. Die Musiker waren direkt vom Jazzfestival in Ascona in den Kanton Uri gereist.

Kunst soll zum Denken anregen

Urs Huber, den viele «Muk» nennen, lebte zwei Jahre bei den Hopi-Indianern und lernte deren Sprache. Die «Toggäli»-Skulpturen geben Einblicke in die nicht immer ganz leicht verständlichen fantastischen Realitäten Hubers. Wenn der Wind bläst, beginnen sich die Propeller zu drehen. Zu sehen sind unterschiedliche farbenfrohe Figuren und Muster. «Die Urner wissen nun dank dem ‹Toggäli›, wie die älteste Literatur auf dem Planeten geschrieben worden ist», sagt Huber. Auch Baudirektor Markus Züst hat die «Toggäli»-Skulptur bei der kantonalen Verwaltung genau betrachtet. «Wir müssen uns damit abfinden, dass wir nicht immer alles auf Anhieb verstehen.» Das sei der Wert der Kunst, dass man sich selber seine eigenen Gedanken mache.

Auf Sponsoren angewiesen

Um die Skulpturen zu finanzieren, werden Sponsoren gesucht. Auch wurde eine Stiftung ins Leben gerufen. «Wir sind auf der Suche nach weiteren Standorten für die Skulpturen», sagte Martin Arnold, Mitglied der «Toggäli»-Stiftung Uri. Entsprechende Gespräche seien im Gange. Es sei nicht immer einfach, die notwendigen Bewilligungen zu erhalten. «Trotzdem sind wir aber zuversichtlich, dass bis Ende des kommenden Jahres alle 13 ‹Toggäli› stehen.» Die Regierung jedenfalls hat Unterstützung zugesichert. «Wo wir helfen können, machen wir das», sagte Züst.

Den Schrecken genommen

Kunst im öffentlichen Raum hat keinen einfachen Stand. Die einen sind begeistert. Andere stehen dem Gezeigten gleichgültig gegenüber. Wieder andere finden es abstossend, lehnen die Kunst ab. Gestern schien es aber, als seien die Befürworter unter sich. So war der Altdorfer Gemeindepräsident Urs Kälin über das «Toggäli» auf dem Höfli-Spielplatz begeistert. «Bunt und fröhlich, passt die Skulptur perfekt auf den Spielplatz. Das ist Kultur für alle.» Auch in Wassen freute man sich. «Vielleicht hat der Künstler dem ‹Toggäli› mit Farbigkeit und Fröhlichkeit und mit der Verbindung zu Träumen und altem Wissen anderer Kulturen den Schrecken genommen», sagte die Wassner Gemeindepräsidentin und Schriftstellerin Kristin T. Schnider. Urs Huber habe dies aber getan, ohne der Skulptur die Fähigkeit zu nehmen, die Tür zu diesen unbenannten Welten aufzustossen.

Geheimnisse und Rätsel bleiben

Gedanken über das «Toggäli» machte sich auch Generalvikar Martin Kopp. Das Land sei viel reicher an Geheimnissen, als man vermute. Kopp versteht die «Toggäli» als Symbole, die auf Untergründe und Hintergründe im Leben der Menschen hinweisen. «Wenn diese Gebilde Toggäli heissen, so erinnern sie uns, wie manches in unserer Welt und im eigenen Leben rätselhaft bleibt.»

Der Künstler Urs Huber und eines seinter «Toggäli». (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Der Künstler Urs Huber und eines seinter «Toggäli». (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

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