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KUNSTPROJEKT: Urner Künstler wirbt für den Goldenen Ring über Uri

Urs Huber lässt seine «Toggäli» tanzen. Das ist eine Hommage an Eduard Renner und sein bekanntes Buch, das neu aufgelegt wird.
Markus Zwyssig
Bald gibt es sechs «Toggäli»-Skulpturen – wie hier beim Kreisel Flüelen – im Kanton Uri. (Bild Florian Arnold)

Bald gibt es sechs «Toggäli»-Skulpturen – wie hier beim Kreisel Flüelen – im Kanton Uri. (Bild Florian Arnold)

Markus Zwyssig

Sie tanzen ganz ohne Strom. Angetrieben werden sie vom Wind. Auf den «Toggäli»-Skulpturen des Urner Künstlers Urs Huber, der in Zürich-Witikon lebt, sind unterschiedliche, farbenfrohe Figuren zu sehen, die sich ständig gegeneinander drehen. Die Kunstwerke geben Einblicke in Hubers fantastische Realitäten und sollen vor allem Fröhlichkeit ausstrahlen – und das über den ganzen Kanton verteilt.

Bewilligungen nicht leicht zu haben

Ab kommendem Samstag stehen sechs «Toggäli» im Kanton Uri. Die ersten beiden Skulpturen sind bereits seit längerem beim Kreisel Flüelen und beim Bahnhof Altdorf platziert. Jetzt kommen weitere vier dazu. Am Samstag werden die Skulpturen bei der kantonalen Verwaltung und beim Höfli-Spielplatz in Altdorf präsentiert. Zudem gibt es zwei neue «Toggäli» in Wassen (siehe Box). Einst soll es schliesslich 13 «Toggäli» geben. Diese symbolisieren den Mondkalender. Um die Skulpturen zu finanzieren, werden Sponsoren gesucht. Auch wurde eine Stiftung ins Leben gerufen. «Es ist nicht immer einfach, die notwendigen Bewilligungen zu erhalten», sagt Martin Arnold, Mitglied der «Toggäli»-Stiftung Uri. Daher habe man mehr Standorte geplant als effektiv «Toggäli» aufgestellt werden. Ziel ist es aber, insbesondere im Urner Oberland sieben weitere Skulpturen zu platzieren.

«Goldener Ring» in Neuauflage

Am Samstag erlebt die Bevölkerung den Skulpturentanz mit. Der Grund dafür ist die Neuauflage des Buchs «Goldener Ring über Uri» von Eduard Renner, und gleichzeitig ist es eine Hommage an den bekannten Urner Arzt. Er war der Grossvater von Urs Huber. Im 1941 erschienenen Werk zeichnete Renner mit Sagen und Bräuchen der Bergler ein magisches Weltbild. Die Schrift findet für die Beschäftigung mit Mythen und Legenden des alpinen Raums noch grosse Beachtung. Das Buch ist vergriffen. Im kommenden Jahr wird es in einer Neuauflage und neu gestaltet wieder auf den Markt kommen.

Die Sprache der Hopi gelernt

Urs Huber lebt und arbeitet in Zürich. Seine Werke stellte er in namhaften Galerien in Europa und Amerika aus. Huber ist tief in der Sagenwelt der Urner verankert. Wesentlich dazu beigetragen hat Grossvater Eduard Renner. Er weihte Urs Huber schon in früher Kindheit in die Geheimnisse der Bergler ein, in die Sagen mit guten und bösen Geistern, mit lustigen und traurigen Kobolden.

Zwei Jahre lebte Huber bei den Hopi-Indianern, was ihn wesentlich geprägt hat. Er hat dabei auch deren Sprache gelernt. Da entdeckte er, was die Welten der Indianer mit den Urnern verbindet. Das «Toggäli» ist nach Felix Aschwandens Urner Mundartwörterbuch ein Dummkopf, ein geistesschwaches Kind oder ein dämonisches Wesen und ein Quälgeist. Das schafft auch Beziehungen zum «Äs», dem Unerfassten und Unfassbaren. Unter das magische Deuten fällt auch alles, was den Bergler so sonderbar und merkwürdig berührt in seiner Umwelt. Huber fand heraus, dass auch die Hopi ein Symbol haben für das, was die Urner Bauern «Äs» nennen.

Toggäli» drehen sich zu Jazz-Musik

Die Einweihung der «Toggäli», die eine Jazz-Band aus New Orleans umrahmt, beginnt am Samstag, 4. Juli, um 10 Uhr mit der Rede von Regierungsrat Markus Züst bei der kantonalen Verwaltung, Klausenstrasse 2. Um 13 Uhr spricht Gemeindepräsident Urs Kälin beim Kinderspielplatz Höfli, Altdorf. Um 16 Uhr geht es zur Dorfeinfahrt Wassen und um 17 Uhr zum Postplatz. Um 17.30 Uhr spricht Kristin T. Schnider in der Mehrzweckhalle. Um 19.30 Uhr tritt Generalvikar Martin Kopp in der Kirche Wassen auf.

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