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Kunstrasen-Podium wird zum Eigentor für den Gemeinderat Altdorf

Der Gemeinderat Altdorf hat am Dienstagabend, 30. April, zur Infoveranstaltung «Kunstrasen Ja oder Nein?» geladen, um mit seinen Argumenten gegen den FC Altdorf anzutreten. Der Schuss scheint jedoch nach hinten losgegangen zu sein.
Carmen Epp
Was in der Nachbargemeinde Schattdorf bereits passiert, soll auch in Altdorf möglich werden: die Verlegung eines Kunstrasens. So der Wunsch des FC Altdorf. (Bild: Urs Hanhart, Schattdorf, 24. April 2019)

Was in der Nachbargemeinde Schattdorf bereits passiert, soll auch in Altdorf möglich werden: die Verlegung eines Kunstrasens. So der Wunsch des FC Altdorf. (Bild: Urs Hanhart, Schattdorf, 24. April 2019)

Die Debatte ist längst lanciert, die Argumente für und gegen das Kunstrasenprojekt wurden auf verschiedenen Kanälen breitgeschlagen. Geht man nach den zahlreichen Leserbriefen, die derzeit die Zeitungsspalten füllen und sich ausschliesslich für den Bruttokredit von 2,9 Millionen Franken aussprechen, dürfte das Anliegen des FC Altdorf am 19. Mai an der Urne gutgeheissen werden. Am Dienstagabend, 30. April, kam es im «Winkel» zu einem ersten Gradmesser der Stimmung in der Altdorfer Bevölkerung.

An der Infoveranstaltung «Kunstrasen Ja oder Nein?» stellte Toni Arnold, Leiter der Bauabteilung Altdorf, die Vorlage vor. Woraufhin Gemeindepräsident Urs Kälin und Gemeinderat Bernhard Schuler die Gründe gegen, FCA-Präsident Yves Althaus sowie Medienchef Ronny Arnold ihre Gründe für die Vorlage vortrugen, um sich später im Sinne eines Podiums den Fragen des Publikums und der jeweils anderen Seite zu stellen.

Ein neues Argument war weder auf der einen, noch auf der anderen Seite zu hören. Gemeindepräsident Urs Kälin hielt fest:

«Das Projekt ist unverhältnismässig teuer, nicht notwendig und ökologisch fragwürdig.»

FCA-Präsident Althaus hielt dagegen, dass der FC Altdorf als grösster Altdorfer Sportverein engagierte Jugend- und Integrationsarbeit leiste. Weiter sagte Althaus:

«Mit einem Kunstrasen könnten wir neu 52 statt bisher nur 26 Wochen pro Jahr Fussball im Freien spielen.»

Und von diesem Generationenprojekt würden alle profitieren.

Alt Regierungsrat zeigt sich kritisch

Bereits der Blick auf die rund 80 erschienenen, mehrheitlich männlichen Besucher liess erahnen, dass der FC Altdorf entsprechende Rückendeckung für die Veranstaltung mobilisieren konnte. Das zeigte sich dann umso deutlicher, als die Runde der vier Podiumsteilnehmer geöffnet und Moderator Erich Herger Voten aus dem Publikum erfragte.

Einzig alt Regierungsrat Markus Züst äusserte ansatzweise Zweifel am Kunstrasenprojekt. Ihm sei nicht klar, wie der FC Altdorf die Belegung der Suworowmatte durch den Kunstrasen verdoppeln möchte, ohne einen der vier Naturrasenplätze aufzugeben. Althaus führte aus, dass der FC Altdorf die Plätze beim Moosbad und im Feldli ohnehin nur provisorisch nutzen könne; durch den Kunstrasen wäre die Situation beim Wegfall einer dieser Plätze nicht mehr ganz so prekär.

Ökologie-Argument als «daneben» taxiert

Die restlichen vom Publikum geäusserten Voten gingen alle zu Gunsten des FC Altdorf – und teilweise auch explizit gegen den Gemeinderat. Alt Landrat Max Büeler etwa bezeichnete es als «daneben», dass Gemeindepräsident Kälin noch immer das Argument der Ökologie ins Feld führe, das selbst der Leiter des Amts für Umweltschutz in der «Urner Zeitung» öffentlich relativiert habe.

Es gehe einzig um eine politische und finanzielle Frage. Und da die Gemeinde in den letzten Jahren gemäss Büelers Berechnungen kumuliert insgesamt 18 Millionen Franken besser wirtschaftete als budgetiert war, sei das Projekt Kunstrasen finanziell tragbar. Ein Mitglied des FC Altdorf doppelte nach, beim Feldli spreche heute auch keiner vom Kosten/Nutzen-Verhältnis.

Kälin möchte Geld in Schattdorf investieren

Urs Kälin konterte unter anderem, die ökologischen Bedenken seien sehr wohl berechtigt. Immerhin würden bei einem Ja am 19. Mai total 137 Tonnen Plastik auf der Suworowmatte verbaut. Dabei habe man doch mit vier Naturrasen einen Trumpf in der Hand, um nach Lösungen über die Gemeindegrenze hinaus zu suchen, so Kälin. Statt auch noch einen Kunstrasen zu bauen, würde die Gemeinde Altdorf besser 200'000 Franken in Schattdorf investieren, um künftig dort trainieren zu können. Dem Raunen im Publikum zufolge stiess diese Aussage von Kälin dem einen oder anderen Teilnehmer sauer auf. Sodass nach der rund 90-minütigen Infoveranstaltung nach wie vor der FCA in Front liegt.

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