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LANDAMMANNWAHL: FDP-Kandidaten sind in der Zwickmühle

Barbara Bär wird von der FDP Uri offiziell als neue Frau Landammann vorgeschlagen. Die SVP Uri hat am Donnerstag Roger Nager als Kandidaten nominiert. Die beiden FDP-Regierungsräte äussern sich zur Ausgangslage.
Bruno Arnold
Barbara Bär und Roger Nager an der Nacht der Präsidenten und Amtsträger. (Bild: bar (Seedorf, 1. Februar 2018))

Barbara Bär und Roger Nager an der Nacht der Präsidenten und Amtsträger. (Bild: bar (Seedorf, 1. Februar 2018))

Interview: Bruno Arnold

bruno.arnold@urnerzeitung.ch

Am 4. März stehen in Uri Landesstatthalter- und Landammannwahlen an. Sämtliche Parteien schlagen Urban Camenzind (CVP, Bürglen) als neuen Landesstatthalter vor. Spannender präsentiert sich die Ausgangslage bei der Wahl des Landammanns. CVP und SP unterstützen die offizielle FDP-Kandidatin Barbara Bär. Die SVP empfiehlt dem Volk hingegen Roger Nager (FDP) zur Wahl. Unsere Zeitung hat den beiden FDP-Regierungsräten Fragen zur Ausgangslage zugestellt und sie um ein Telefoninterview gebeten, ihnen aber auch die Möglichkeit offen gelassen, die Fragen schriftlich zu beantworten. Barbara Bär hat die schriftliche Form gewählt, Roger Nager die mündliche.

Barbara Bär, die SVP schlägt Roger Nager statt Sie als Landammann vor, die CVP unterstützt Ihre Nomination nur halbherzig, und auch bei der SP gab es Diskussionen um Ihre Person: Wie schätzten Sie Ihre Wahlchancen ein?

In den vergangenen Jahren hat das Urner Stimmvolk mehreren Grossprojekten zugestimmt, für die ich mit meiner Direktion federführend war. Ich denke hier namentlich an den Baukredit für unser neues Kantonsspital und an die neue Spitalgesetzgebung. Daneben gehört es auch zur Pflicht eines Regierungsrats, unbeliebte und umstrittene Aufgaben zu übernehmen. Dass man damit nicht nur Lorbeeren ernten kann, gehört zum Amt als Regierungsrätin. Ich stelle mich der Volkswahl vom 4. März.

Landammann zu sein ist ein Ehrenamt, die Wahl üblicherweise Formsache. Können Sie den Widerstand gegen Ihre Wahl nachvollziehen respektive was sagen Sie zum konkreten Argument aus CVP- sowie SP-Kreisen, dass Sie als Gesundheitsdirektorin bereits genug zu tun hätten und das gleichzeitige Ausüben des Landammannamts zu einer Überlastung führe?

Vor zwei Jahren habe ich die Wahl als Landesstatthalterin angenommen im Wissen darum, dass ich Ende 2017 mein wichtigstes Projekt, den Um- und Neubau des Kantonsspitals, in die Hände des Baudirektors übergeben darf. Das gibt mir die Möglichkeit, mich für die anspruchsvolle Aufgabe als Landammann zur Verfügung zu stellen.

Von der SVP wird Ihnen schlechte Kommunikation und kein Gehör für die Anliegen der Gemeinden, insbesondere der Randregionen, unterstellt. Zudem würden Sie reagieren statt agieren. Was sagen Sie zu diesen Vorwürfen?

Ich habe die Ereignisse, die zu den Vorwürfen geführt haben, gründlich analysiert und meine Lehren daraus gezogen. Inzwischen darf ich feststellen, dass die Zusammenarbeit mit den Gemeinden auf einer vertrauensvollen und kooperativen Basis steht. Heute ziehen wir wieder am gleichen Strick.

Welche Konsequenzen würden Sie im Falle einer Nichtwahl ziehen?

Das Volk hat mich als Regierungsrätin gewählt, damit ich mich dort bestmöglich für die Anliegen der Urner Bevölkerung einsetze. Das werde ich in jedem Fall auch künftig tun. Ich werde weiterhin meine Kräfte dafür einsetzen, um das Vertrauen der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger zu rechtfertigen.

Roger Nager, die SVP schlägt Sie statt Barbara Bär als Landammann vor, bei der CVP haben Sie als «inoffizieller» Kandidat das absolute Mehr nur knapp verpasst. Wie werten Sie die Ausgangslage?

Im Regierungsrat gilt nicht nur das Kollegialitätsprinzip, sondern bezüglich Landesstatthalter- und Landammannwahl auch das Anciennitätsprinzip. Was die FDP angeht, ist gemäss Amtsjahren Barbara Bär an der Reihe. Für mich würde dieses Amt – eine Wiederwahl durch das Urner Volk im Jahr 2020 immer vorausgesetzt – somit erst in vier Jahren zum Thema. Ich stehe deshalb klar hinter dem Wahlvorschlag der FDP respektive hinter der Kandidatur von Barbara Bär.

Heisst das: Sie stehen nicht als Kandidat zur Verfügung?

Das soeben Gesagte heisst: Ich bin nicht Kandidat. Und im jetzigen Zeitpunkt kommt mir das nicht ganz ungelegen. Ich bin erst seit knapp zwei Jahren Regierungsrat und stehe einer grossen Direktion mit wichtigen Geschäften vor, die in naher Zukunft zu erledigen sind. Konkret denke ich an den Um- und Neubau des Kantonsspitals Uri, an den Kantonsbahnhof Altdorf und an die West-Ost-Verbindung. Diesen Geschäften gilt meine volle Aufmerksamkeit. Gleichzeitig auch noch das Amt des Landammanns zu übernehmen, habe ich effektiv nicht eingeplant.

Und wenn Sie trotzdem gewählt werden?

Ich habe am Montag beim Lesen der «Urner Zeitung» erfahren, dass ich von der SVP-Parteileitung vorgeschlagen werde. Zuerst bin ich aus allen Wolken gefallen. Einerseits ehrt mich das, anderseits weiss ich natürlich auch sehr genau, dass ein Wahlvorschlag oder ein Nominationsergebnis immer von taktischen Überlegungen beeinflusst und geprägt wird. Um auf Ihre Frage zurückzukommen: In diesem Fall muss man sich arrangieren und organisieren können.

Würden Sie das Landammannamt annehmen?

Das Volk hat das letzte Wort, und der Volkswille ist zu respektieren und zu akzeptieren. Grundsätzlich ist jeder Regierungsrat als Landammann wählbar. Und selbstverständlich ist es eine Ehre, das Regierungsgremium zu leiten und den Kanton als Landammann zu repräsentieren.

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