LANDESKIRCHE: Paul Bennet fordert Offenheit

Der Andermatter Paul Bennet präsidiert die oberste Behörde der Römisch-Katholischen Landeskirche Uri bereits zum zweiten Mal.

Urs Hanhart
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Paul Bennet bei seiner gestrigen Antrittsrede im Landratssaal des Rathauses in Altdorf. (Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 7. Juni 2017))

Paul Bennet bei seiner gestrigen Antrittsrede im Landratssaal des Rathauses in Altdorf. (Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 7. Juni 2017))

Urs Hanhart

urs.hanhart@urnerzeitung.ch

Der ehemalige Landrat und Landratspräsident Paul Bennet hatte gestern gleich doppelt Grund zum Anstossen. Einerseits durfte er seinen 77. Geburtstag feiern, und anderseits wurde er an der konstituierenden Versammlung des Grossen Landeskirchenrats im Landratssaal in Altdorf einstimmig zu dessen neuem Vorsitzenden gewählt, als Nachfolger von Hans Gisler.

Für Bennet ist es ein Comeback, hatte er doch das Parlament der Landeskirche Uri bereits ab 2005 für einige Jahre präsidiert. «Meine Zusage ist erst am vergangenen Montagabend erfolgt», verriet der neue Präsident in seiner Antrittsrede. «Deshalb wird meine Ansprache etwas kürzer ausfallen als vorgesehen.» Zu seinen Ratskollegen sagte Bennet: «Ich erwarte, dass wir offen sowie mit Achtung und Wertschätzung dem anderen gegenüber diskutieren, über Geschäfte befinden und die Interessen unserer Kirchgemeinden wahrnehmen.»

An der Solidarität festhalten

Bennet geht davon aus, dass die Landeskirchräte vor grossen Herausforderungen stehen. Der Mangel an Seelsorgern, halb leere Kirchenbänke und Kirchen bei Gottesdiensten gäben allen zu denken. «Es ist unsere Pflicht, mit den Finanzen haushälterisch umzugehen», betonte er und ergänzte: «Wichtig ist jedoch vor allem: Wir dürfen den Gedanken der Solidarität nicht verlieren.» Bennet will an den «schon seit längerer Zeit sehr guten Beziehungen zur Evangelisch-Reformierten Landeskirche Uri festhalten und das gute Einvernehmen weiter pflegen».

Zu nicht christlichen Religionsgemeinschaften sagte Bennet: «Wir sind gefordert, in Zukunft auf diese Menschen zuzugehen und mit ihnen Kontakte zu knüpfen – das Ganze mit Respekt und Achtung.» Die Gesprächs- und Diskussionskultur mit dem Bistum Chur bezeichnete Bennet «zurzeit als alles andere als erfreulich». Er habe aber die Hoffnung, dass Lösungen für eine gute Zusammenarbeit dennoch gefunden werden könnten.

Verschiedene weitere Wahlen getätigt

Petra Merenda aus Schattdorf wurde gestern zur neuen Vizepräsidentin des Grossen Landeskirchenrats gewählt. Damit tritt sie die Nachfolge von Hermann Epp aus Silenen an, der sich nicht mehr zur Verfügung stellte. Komplettiert wird das Büro durch Stimmenzählerin Maria Baumann, Wassen, die einstimmig bestätigt wurde. Die Finanzkommission wird in den nächsten vier Jahren von Heidi Jauch, Erstfeld, präsidiert. Das Vizepräsidium hat neu Josef Gisler, Schattdorf, inne. Vervollständigt wird das Gremium durch Erika Dittli, Attinghausen, Priska Loretz, Bristen, und Doris Gamma, Flüelen.

Im Anschluss an den geschäftlichen Teil begaben sich die 40 Delegierten, von denen 15 ihre Feuertaufe als Mitglieder des Grossen Landeskirchenrats erlebten, in die St.-Anna-Kapelle. Dort wurden alle von Dekan Daniel Krieg feierlich vereidigt.