Landeskirche Uri zahlt nun mehr Geld an die Klinik Zugersee

Die Römisch-Katholische Landeskirche Uri investiert künftig mehr Geld in die Mitfinanzierung seelsorgerischer Aufgaben.

Urs Hanhart
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An der gestrigen Versammlung des Grossen Rates der Römisch-Katholischen Landeskirche Uri im Landratssaal in Altdorf standen neben dem Budget 2020 zwei Anträge im Zentrum. Im ersten ging es um eine Änderung des laufenden Vertrags mit der Klinik Zugersee in Oberwil, Zentrum für Psychiatrie und Psychotherapie. Die Leistungsvereinbarung wird dahingehend angepasst, dass der jährliche Beitrag von bisher 8500 auf neu 13000 Franken aufgestockt wird. Die aktuellen Seelsorger haben mit der Klinikleitung ein neues Konzept entwickelt. Mit dem neuen Seelsorgemodell «Spiritual Care» sollen Spiritualität und Religion noch besser ins Behandlungskonzept mit Medizin und Therapie integriert werden. «Wir sind überzeugt, dass der Ausbau der Seelsorge im Interesse der zahlreichen Urner Patientinnen und Patienten ist», betonte Gunthard Orgl­meister, Präsident des Kleinen Landeskirchenrats. Zum Antrag hielt Alois Metz, Seelsorger in der Klinik Zugersee, ein Kurzreferat. Er gab interessante Einblicke in den Klinikalltag. «Dank des neuen Konzepts können wir nun mehr Zeit für unsere Patienten aufwenden. Das ist gut investiertes Geld», so Metz. 50 Prozent der Kosten für die Seelsorge trägt die Klinik. Die andere Hälfte wird durch die Landeskirchen der Trägerkantone finanziert und zwar nach folgendem Schlüssel: 43 Prozent Zug, 40 Prozent Schwyz und 17 Prozent Uri.

Im zweiten Antrag ging es um eine Leistungsvereinbarung mit der Stiftung Hospiz Zentralschweiz zur Kostenbeteiligung an der Seelsorge. Für die Finanzierung der Seelsorge in diesem Hospiz sind jährliche Kosten von 100000 Franken eingeplant. Aufgrund des Kostenteilers mit den anderen Landeskirchen entfällt auf diejenige von Uri 4300 Franken pro Jahr. Das Hospiz ist ein Angebot der spezialisierten Palliative Care, das vor allem Menschen mit komplexen Krankheitssituationen und schwierigen sozialen Umständen am Ende des Lebens aufnehmen wird, die ein konventionelles Pflegeheim überfordern. Der Kanton Uri hat ein Bett im Hospiz bewilligt und finanziert es entsprechend mit. Mit dem Bau wurde 2018 begonnen. Die Betriebsaufnahme ist Ende 2019 vorgesehen. «Der Kleine Landeskirchenrat ist der Überzeugung, dass die Seelsorge im Hospiz Zentralschweiz ein wichtiges Element ist, das von allen Kirchen des Einzugsgebiets gemeinsam getragen werden soll, und das auch Urnerinnen und Urnern zu Gute kommt», erklärte Orglmeister.

Zahl der Katholiken ist geschrumpft

Die Versammelten genehmigten beide Anträge sowie das Budget 2020 einstimmig. Letzteres weist einen Aufwandüberschuss von 24900 Franken aus. Dazu sagte die Präsidentin der Finanzkommission, Heidi Jauch: «Unser genügend vorhandenes Eigenkapital lässt dieses negative Resultat zu». Dieses beläuft sich per 1. Januar 2019 auf 291 000 Franken. Zum Aufwand bemerkte Jauch: «Um ein einigermassen ausgeglichenes Budget zu erreichen, ist eine Erhöhung der Pro-Kopf-Beiträge der Kirchgemeinden um 70 Rappen auf 22.50 Franken pro Katholik eingestellt.»

Dies sei unter anderem auf das Projekt neuer Finanzausgleich und die Erhöhung der Mitfinanzierung für seelsorgerische Aufgaben zurückzuführen. Zudem habe sich die Anzahl Katholiken im Kanton Uri um 300 auf 28620 verringert, führte Jauch weiter aus.