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LANDGERICHT: LKW-Fahrerin fordert Geld vom ehemaligen Arbeitgeber

Wegen unbezahlten Überstunden, falsch berechneten Minustagen und nicht bezahlten Arbeitswegen klagt eine Urnerin von ihrem ehemaligen Arbeitgeber 8000 Franken ein. Die Zeugenbefragung gestaltete sich schwierig.

Ist ein Urner Unternehmen einer ehemaligen Angestellten noch 8000 Franken schuldig oder nicht? Mit dieser Frage muss sich Landgerichtspräsidentin Agnes Planzer derzeit beschäftigen.

Eine Urner LKW-Fahrerin hat ihren ehemaligen Arbeitgeber angeklagt, bei dem sie 2014 während acht Monaten angestellt war. In dieser Zeit soll die Firma ihr 95 Überstunden nicht entschädigt, Minustage nicht korrekt abgerechnet und 86 Stunden Arbeitsweg nicht als Arbeitszeit angerechnet haben, ausserdem stünden ihr noch Ferientage zu. Alles in allem kommt die Klägerin auf 8000 Franken, die ihr noch zustehen würden. Die beklagte Firma hingegen streitet die Forderungen ihrer ehemaligen Angestellten ab.

Gestern nun wurden die Parteien zur Beweisabnahme ins Landgericht Uri berufen. Die Klägerin verzichtete auf eine Teilnahme und liess sich von ihrem Anwalt ersetzen. Die beklagte Firma war mit einem Anwalt und durch Mitglieder von Geschäftsleitung und Verwaltungsrat vertreten.

Unklare Regelungen zum Arbeitsweg

In der Hoffnung, Klarheit in die arbeitsrechtliche Streitigkeit zu bringen, wurden fünf Zeugen aufgeboten, um Fragen zur Sache zu beantworten. Das gestaltete sich jedoch schwierig, zumal die Fragen einen Zeitpunkt betrafen, der inzwischen bereits drei Jahre zurückliegt.

Die Klägerin stellt sich auf den Standpunkt, sie hätte den Arbeitsweg von Altdorf zum ausserkantonalen Einsatzort als Arbeitszeit berechnen können, was ihr aber nicht ausbezahlt worden sei. Einer der Zeugen, ein ehemaliger Angestellter der beklagten Firma, bestätigte dies: Auch ihm sei bei der Anstellung im Jahr 2013 gesagt worden, der Arbeitsweg werde als Arbeitszeit vergütet. Das habe dann auch zwei Monate lang geklappt, bis es plötzlich geheissen habe, dass die Zeit des Arbeitsweges nun nicht mehr vergütet werde. Er habe das dann einfach akzeptiert, sagte der Zeuge, eine Anpassung des Arbeitsvertrags habe es nicht gegeben.

Dem widersprach jedoch ein anderer Zeuge, ebenfalls ein ehemaliger Angestellter der beklagten Firma. Für ihn sei klar gewesen, dass der Arbeitsweg zum ausserkantonalen Standort der Firma nicht vergütet werde. Das bestätigte auch die Kaufmännische Angestellte, welche für die Firma die Buchhaltung macht und ebenfalls als Zeugin vorgeladen wurde: Im Vertrag der Klägerin sei gar kein Arbeitsort vermerkt gewesen. Vielmehr habe die Klägerin mit ihrem Vorgesetzten besprochen, dass die Arbeitszeit erst beginne, wenn sie am Standort ihres LKW angekommen sei. Die Firma habe – das bestätigten auch die als Zeugen geladenen ehemaligen Angestellten – jeweils einen Sammeltransport von Altdorf organisiert; Fahrspesen seien also keine entstanden.

Geringe Arbeitslast sorgt für Minusstunden

Ein weiterer Vorwurf der Klägerin an die Adresse ihres ehemaligen Arbeitgebers betrifft die ihrer Meinung nach ungerechtfertigte Abrechnung der Minusstunden. Oft sei es vorgekommen, dass die Firma zu wenig Arbeit hatte und sie deshalb wieder nach Hause schickte – zu Ungunsten des Stundensaldos ihrer Angestellten. Das bestätigten auch die drei ehemaligen Arbeitnehmer der Firma im Zeugenstand. Es sei normal, dass die Arbeitslast in der Branche schwanke. Die Zeugen bestätigten allerdings auch, dass man der Klägerin alternative Arbeiten angeboten hätte, die sie jedoch abgelehnt habe.

Wie die Parteien die Aussagen der Zeugen werten werden, zeigt sich am kommenden Montag. Dann findet die Hauptverhandlung in der Sache statt.

Carmen Epp

carmen.epp@urnerzeitung.ch

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