LANDRAT: Die Bäuerinnenschule Gurtnellen hat eine Zukunft

Der Regierungsrat will die Bergheimatschule Gurtnellen weiterhin fördern. Ab 2018 soll der Kanton das Schulangebot für angehende Bäuerinnen unbefristet verlängern, sofern genügend Nachfrage besteht.

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Die Bergheimatschule Gurtnellen soll nach zwei erfolgreichen Jahren weitergeführt werden. (Bild: Urs Hanhart (Gurtnellen, 5. Januar 2016))

Die Bergheimatschule Gurtnellen soll nach zwei erfolgreichen Jahren weitergeführt werden. (Bild: Urs Hanhart (Gurtnellen, 5. Januar 2016))

Die Bergheimatschule Gurtnellen soll nach zwei erfolgreichen Jahren weitergeführt werden. Da der zweijährige Verpflichtungskredit nach dem Kurs 2017 abläuft, schlägt der Regierungsrat dem Landrat vor, die Kurse auf unbefristete Dauer finanziell zu unterstützen. Ab welcher Anzahl Interessentinnen die Kurse durchgeführt werden, entscheidet weiterhin der Regierungsrat.

In der Bergheimatschule Gurtnellen werden junge Frauen zu Bäuerinnen ausgebildet und auf die eidgenössische Berufsprüfung vorbereitet. Die Institution funktioniert als Internat und ist Teil der Abteilung Landwirtschaft des Berufs- und Weiterbildungszentrums Uri. Die Berg­heimatschule Gurtnellen wurde 2016 wiedereröffnet. Bereits vor der Schliessung 1996 wurden dort jahrelang Bäuerinnen ausgebildet. Mangels Nachfrage und weil sich das Kloster Ingenbohl als Leitung des Internats zurückzog, wurde die Schule dazumal geschlossen. 2015 wurde ein Kredit für zwei Jahre bewilligt.

Die Schule kommt bei der Bevölkerung gut an

Die Nachfrage war gross, und so konnte der erste Kurs 2016 durchgeführt werden. Diese Kurse finden einmal im Jahr statt, dauern fünf Monate und bestehen aus dreizehn Modulen wie Haushaltführung, Landwirtschaftliches Recht, Gartenbau, Kleintierhaltung, Produkteverwertung oder Familie und Gesellschaft. In der Urner Bevölkerung hat die Schule ein gutes Image, und der Regierungsrat sieht neben dem Vorteil eines grösseren Bildungsangebots auch einen wirtschaftlichen Nutzen der Schule.

Die ersten Absolventinnen selber sind mit der Qualität der Kurse sehr zufrieden. Trotzdem kamen im ersten Jahr verbesserungswürdige Punkte zum Vorschein. So wurden in diesem Jahr neben der Schulleitung auch eine Internatsleitung und eine Köchin für einen Tag eingestellt. Wegen des sehr ausgefüllten Stundenplans war es den Teilnehmerinnen nicht möglich, den Haushalt des Internats selbst zu führen, wie es im Voraus geplant gewesen war.

Defizit wegen Mehrkosten

Die Bergheimatschule musste während des Betriebs des Kurses 2016 ein Defizit von rund 100 000 Franken verzeichnen. Diese Mehrkosten sind darauf zurückzuführen, dass einige Budgetpunkte unterschätzt wurden und man mit mehr Einnahmen gerechnet hat. Man hatte zum Beispiel mit einer höheren Anzahl ausserkantonaler Schülerinnen gerechnet. Dadurch hätten über die interkantonale Fachschulvereinbarung (FSV), in welche die jeweiligen Kantone einbezahlt hätten, Einnahmen generiert werden können.

Ab 2018 wird der Bund den Absolventen von eidgenössischen Berufsprüfungen direkt eine bestimmte Geldsumme entrichten. Somit fallen die Beiträge aus dem FSV ganz weg. Um diese Ausfälle zu kompensieren, ist eine Schulgelderhöhung von 6000 Franken auf 9300 Franken geplant. Dies wird damit gerechtfertigt, dass die Absolventinnen, sobald sie die eidgenössische Berufsprüfung abgelegt haben, eine Rückerstattung des Bundes erhalten.

Mit dem Globalbudget beschloss der Landrat im Jahr 2016 ein neues System zur Kostenlenkung im Personalbereich. Dieses Globalbudget basiert auf dem «Personalaufwand 2015», das heisst, die Personalkosten der Bergheimatschule sind dort nicht enthalten. Deshalb werden die Personalkosten der Schule dem «Globalbudget 2018» angerechnet. Folglich muss dieses Budget um 176000 Franken erhöht werden.

Am 1. Februar wird der Landrat über den Bericht und Antrag der Regierung beraten. Die landrätliche Bildungs- und Kulturkommission schlägt dem Landrat vor, dem Bericht und Antrag des Regierungsrates ohne Änderung zuzustimmen.

 

Salome Infanger

salome.infanger@urnerzeitung.ch