LANDRAT: Kanton Uri will neuen Werkhof bauen

Der Werkhof des Betriebs Kantonsstrassen im «Galgenwäldli» soll nicht saniert werden. Die Regierung legt stattdessen einen Kredit von 935000 Franken für die Projektierung eines Ersatzneubaus in Schattdorf vor.
Bruno Arnold
Die Regierung will den Werkhof im Galgenwäldli aufgeben und in Schattdorf einen Ersatzneubau stellen. (Bild: PD (Bürglen, 6. Februar 2018))

Die Regierung will den Werkhof im Galgenwäldli aufgeben und in Schattdorf einen Ersatzneubau stellen. (Bild: PD (Bürglen, 6. Februar 2018))

Bruno Arnold

bruno.arnold@urnerzeitung.ch

Der Zeitplan ist sportlich: Im Winter 2021/22 soll der Betrieb Kantonsstrassen der Baudirektion Uri einen neuen Werkhof in Schattdorf beziehen können. Gemäss heutigem Planungsstand würde dieser Ersatzneubau netto rund 8,8 Millionen Franken kosten. Zu stehen käme er auf einer Parzelle der Dätwyler Immobilien AG in der Industriezone Rossgiessen in Schattdorf, zwischen den Dätwyler-Fabrikationsgebäuden und dem Einkaufscenter Tellpark. Benötigt würden rund 5000 Quadratmeter Land – gleich viel Fläche also wie am heutigen Standort Galgenwäldli.

Der Neubau soll den Werkhof im Galgenwäldli – neben beim Amt für Strassen- und Schiffsverkehr in Bürglen – ersetzen. «Die dortige Anlage ist nur noch kurzfristig nutzbar», schreibt die Regierung in ihrem Bericht an den Landrat. «Für den Stützpunkt Galgenwäldli ist eine umfassende Erneuerung in den nächsten Jahren unverzichtbar. Bis dahin wäre jede bauliche oder betriebliche Investition eine nicht nachhaltige Ausgabe.» Der Ersatzneubau soll ermöglichen, die Werkstätten, Räume und Hallen so zu gestalten, dass der Betrieb im Hinblick auf seine Aufgaben effizienter gestaltet werden kann.

Galgenwäldli weist riesige Mängel auf

Die «Mängelliste» ist denn auch riesig: Die Räume und Einrichtungen im Galgenwäldli sind komplett veraltet. Die Tragstruktur und die Erdbebensicherheit weisen teils Mängel auf. Grosse Teile der Arbeitsräume sind nicht oder nur schlecht beheizt. Wegen der fehlenden Heizungen können beispielsweise Schneeräumungsmaschinen im Winter nicht genügend abgetaut werden, was deren Einsatzbereitschaft beeinträchtigt. Die Waschmöglichkeit ist wegen den fehlenden Entwässerungsanlagen nicht ausreichend vorhanden. Nicht mehr eingehalten werden können die Auflagen zum Brandschutz oder zur Arbeitssicherheit der Mitarbeiter. Bereits mussten einige Bereiche im Werkhof wegen Sicherheitsbestimmungen ausser Betrieb genommen werden.

Geprüft wurden drei Varianten: Instandsetzung und Erweiterung der heutigen Gebäude im Areal Galgenwäldli (Kosten: rund 8,9 Millionen Franken), Ersatzneubau am heutigen Ort (10,5 Millionen Franken) und Neubau an einem neuen Standort (8,8 Millionen). «Kostenmässig stellt der Ersatzneubau Franken die optimalste der evaluierten Varianten dar», hält der Regierungsrat in ihrem Bericht an den Landrat fest. «Er bietet das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis und ist somit die wirtschaftlich günstigste Variante. Der Betrieb bleibt auch während der Bauphase lückenlos aufrechterhalten. Die Parzelle Galgenwäldli, auf dem der heutige Werkhof steht, könnte in die höherwertigere Wohn- und Gewerbezone 3 umgezont und verkauft werden.» Die Regierung geht in ihrem Bericht von einem Nettoertrag aus dem Grundstückverkauf/-erwerb von 900000 Franken aus. «Der Standort Galgenwäldli an der Gotthardstrasse bietet sowohl für die Gemeinde Bürglen wie auch für den gesamten Urner Talboden grosses Entwicklungspotenzial», so der Regierungsrat. Zudem sei die Verlegung des Standorts in eine zentrale Industrie- und Gewerbezone auch aus raumplanerischer Sicht angezeigt.

Verkaufsverhandlungen weiterführen

Erste Gespräche mit der Dätwyler Immobilien AG sind gemäss Regierung positiv verlaufen. «Im Rahmen der Projektierung können die Verkaufsverhandlungen weitergeführt werden. Auch die Gemeinde Schattdorf wurde über einen möglichen Kauf der Parzelle und die Planungen zum Ersatzneubau des Stützpunkts Galgenwäldli informiert.»

In der März-Session wird nun erstmals der Landrat zum Vorhaben Stellung nehmen können. Die Regierung legt ihm einen Projektierungskredit für den Ersatzneubau des Werkhofs Betrieb Kantonsstrassen in der Höhe von 935000 Franken vor. Im Herbst 2019 soll der Landrat, im Frühling 2020 das Volk über den Baukredit befinden können. Läuft alles nach Plan, erfolgt der Baubeginn im Herbst 2020, sodass der Neubau im Winter 2021/22 bezogen werden könnte.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.