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LANDRAT: Kein Geld vom Kanton für die Gütsch-Seilbahn

Der Regierungsrat beantwortet eine Interpellation von Frieda Steffen zu einer sicheren Verbindung ins Urserntal und gibt sich dabei zurückhaltend.
Sind Strasse und Bahn gesperrt, könnte man künftig mit der Seilbahn nach Andermatt gelangen. Bild: Bild Nadia Schärli (Göschenen, 7. April 2013)

Sind Strasse und Bahn gesperrt, könnte man künftig mit der Seilbahn nach Andermatt gelangen. Bild: Bild Nadia Schärli (Göschenen, 7. April 2013)

Landrätin Frieda Steffen (CVP, Andermatt) stellte Fragen zu einer sicheren Verbindung ins Urserntal in einer Interpellation. In ihrem Vorstoss vom Mai wies sie auf wiederholte Sperrungen der Verkehrswege hin. Sie wollte vom Regierungsrat unter anderem wissen, wie er sich zum Vorschlag stelle, die von der Andermatt-Sedrun Sport AG (ASS) geplante Seilbahn Göschenen–Gütsch in Ausnahmefällen als Alternative zu Strasse und Bahn durch die Schöllenen zu nutzen.

In ihrer Antwort schreibt der Urner Regierungsrat nun, die Nutzung einer künftigen Seilbahnverbindung Göschenen–Gütsch und Gütsch–Nätschen–Andermatt als Notverbindung zwischen Göschenen und Andermatt sei grundsätzlich möglich. Aktuell werden könnte dies, wenn zeitgleich die Strasse und die Bahn in der Schöllenen unterbrochen wären.

Glücklicherweise sei dies in der Vergangenheit ganz selten und auf wenige Tage beschränkt der Fall gewesen. Der Regierungsrat weist darauf hin, dass Andermatt und das Urserntal in einem solchen Fall in den Sommermonaten von Süden, Westen und Osten aus drei Richtungen, und im Winter auf der Schiene aus Westen und Osten erreichbar wären. Sollte sich die Nutzung einer künftigen Verbindung Göschenen–Gütsch und Gütsch– Nätschen–Andermatt als notwendig erweisen, seien die Bedingungen dafür fallweise festzulegen.

In Ausnahmesituationen prüfenswert

Frieda Steffen erkundigte sich weiter, welche Unterstützungsmöglichkeiten die öffentliche Hand hätte, wenn der Seilbahn auch eine Erschliessungsfunktion für das Urserntal zukommen würde. «Eine zusätzliche per manente ÖV-Erschliessung des Urserntals über die – bisher noch nicht realisierte – Seilbahn Göschenen–Gütsch lehnt der Regierungsrat aus grundsätzlichen Überlegungen ab», heisst es in der Antwort.

Die öffentliche Hand biete heute aus Richtung Norden je eine Verbindung über Strasse und Bahn ins Urserntal. Die ÖV-Erschliessung werde dabei durch die Matterhorn-Gotthard-Bahn sichergestellt. In Ausnahmesitua­tionen wäre die Sicherstellung der nordseitigen Erschliessung des Urserntals zu prüfen, wobei alle im konkreten Ereignisfall gegebenen Verbindungen ins Urserntal in die Überlegungen einzubeziehen sind. Diese Prüfung würde selbstverständlich Unterstützungsmöglichkeiten seitens des Kantons beinhalten, hält der Regierungsrat weiter fest.

Parkhaus-Finanzierung nicht Aufgabe des Kantons

Steffen interessierte sich auch für die Meinung der Regierung zum Vorschlag, in Göschenen in unmittelbarer Nähe der neuen Talstation der Bahn Göschenen–Gütsch auch ein Parkhaus zu realisieren. An diesem sollten das Bundesamt für Strassen, die ASS, die SBB, das VBS sowie Kanton und Gemeinde beteiligt sein.

Die Regierung hält fest, dass die Plangenehmigungsverfügung des Bundesamts für Verkehr zu den geplanten Anlagen die ASS unabhängig von der Seilbahn Göschenen–Gütsch verpflichte, in Göschenen 500 Parkplätze für Personenwagen und 30 Carparkplätze zu erstellen. Ob dafür ein Parkhaus anstelle von offenen Parkplätzen realisiert werden kann, kläre die ASS ab. Die (Mit-)Finanzierung eines solchen Vorhabens erachtet die Regierung aktuell nicht als Aufgabe des Kantons, sie kann sich aber vorstellen, Koordinationsfunktionen zu übernehmen.

Davon zeigt sich Frieda Steffen auf Anfrage positiv überrascht: «Das freut mich, dass die Regierung hier mit allen Beteiligten gute Lösungen finden möchte.» Positiv überrascht sei sie auch, dass es für die Regierung mindestens eine Option sein könnte, die Seilbahn in Ausnahmefällen zu Erschliessungszwecken zu nutzen. Gerade der jüngste Zwischenfall mit der entgleisten Lokomotive in der Schöllenen im September habe die Problematik wieder aufgezeigt: «Wenn dann auf der Strasse auch noch ein grösseres Ereignis eintritt, ist die Verbindung ins Urserntal aus dem Norden zu.»

Hinweis

Der Landrat befasst sich in seiner Session vom 16. November mit dem Vorstoss.

Martin Uebelhartredaktion@urnerzeitung.ch

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