LANDRAT: Notfallkonzept für Gotthard-Basistunnel angenommen

Bei einem Notfall im Nordteil des Gotthard-Basistunnels werden künftig Rettungskräfte aus Uri der SBB zu Hilfe eilen. Der Urner Landrat hat das entsprechende Konzept für die Aufbauphase mit 56 Ja-Stimmen und drei Enthaltungen genehmigt.

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Bei der Multifunktionsstelle in Faido: Blick in den Gotthard-Basistunnel (mit der Abzweigung in den Notfalltunnel rechts). (Bild: Keystone)

Bei der Multifunktionsstelle in Faido: Blick in den Gotthard-Basistunnel (mit der Abzweigung in den Notfalltunnel rechts). (Bild: Keystone)

Ende 2016 soll der 57 Kilometer lange Gotthard-Basistunnel in Betrieb genommen werden. Damit das Bundesamt für Verkehr die Bewilligung erteilt, müssen die Betreiber für Notfälle gewappnet sein. Künftig werden bei Notfällen im Nordteil des Gotthard-Basistunnels deshalb Urner Rettungskräfte der SBB zu Hilfe eilen.

Bereits im Juni sprach sich der Landrat einstimmig für die dafür nötige Änderung der Schadenwehrverordnung aus. Nun wurde auch das detaillierte Konzept für die Vorbereitungs-, Schulungs- und Aufbauphase zwischen der SBB und dem Kanton Uri verabschiedet.

Ärger über harzige Verhandlungen

Das geplante Interventionskonzept sei für den Kanton Uri nicht nur eine Herausforderung, sondern stelle für diesen auch eine Chance und wichtige Aufgabe dar, hiess es im Landrat. Mehrere Parlamentarier von links bis rechts äusserten sich allerdings verärgert über den harzigen Verlauf der Verhandlungen zwischen den SBB und des Kantons.

Die Abstimmung im Landrat über das Interventionskonzept war bereits im Juni vorgesehen. Wegen Unklarheiten – darunter rechtliche Fragen zur Haftung und zur Risikotragung – war der Entscheid verschoben worden.

Die Aufbauphase des Interventionskonzepts läuft vom 1. April 2014 bis 31. Mai 2016. Die Vereinbarung zur definitiven Betriebsphase soll dem Landrat Mitte 2015 zur Genehmigung vorgelegt werden.

Erste Einsatzkräfte sind in 15 Minuten vor Ort

Kommt es zu einem Notfall zwischen dem Bahnhof Altdorf und dem Tunnelabschnitt Graubünden, sollen neben der Betriebswehr der SBB die Urner Chemiewehr, Feuerwehren aus Erstfeld und Silenen sowie Rettungsleute des Kantonsspitals Uri zum Einsatz kommen.

Das Interventionskonzept sieht vor, dass nach dem Alarm in einer ersten Phase innert 15 Minuten eine 17-köpfige Rettungsequipe zur Stelle sein muss. Bei einem Grossereignis sollen auch Einsatzkräfte aus anderen Kantonen anrücken.

Die Chemiewehr Uri muss ihren Bestand von heute rund 50 auf 65 bis 70 Angehörige erhöht werden, ausserdem wird sie teilweise professionalisiert und zusätzlich ausgerüstet. Diese Massnahmen haben Investitionskosten von rund 865'000 Franken zur Folge. (sda)