LANDRAT UR: Keine Notstrasse ins Meiental

Für die 65 Bewohner im Urner Meiental soll nicht extra eine wintersichere Notstrasse gebaut werden. Das Parlament hat sich am Mittwoch gegen ein solches Projekt ausgesprochen. Es hält den Bau von Tunnels an der Sustenstrasse für 15 Millionen Franken zu teuer.

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Die Fraktionen waren sich einig, dass das Meiental als Seitental eine wichtige Funktion im Kanton Uri hat. Trotzdem entschied sich das Parlament mit 48 Ja- zu 8 Nein-Stimmen gegen die vertiefte Planung einer wintersicheren Notstrasse. Investitionen von 15 Millionen Franken seien nicht verhältnismässig, sagt CVP-Landrat Leo Brücker.

Damit das Meintal bei Lawinengefahr oder nach Rutschen nicht vom Rest des Kantons Uri abgeschnitten bleibt, sprach sich die Regierung anstelle einer Notstrasse für Alternativen aus. So könnten Betroffene oder Hilfs- und Rettungskräfte sowie Tierärzte etwa mit Helikoptern transportiert werden. Für Schüler sollten im Ereignisfall Hotelunterkünfte ausserhalb des Tals organisiert werden, sagte Baudirektor Markus Züst.

Die Sustenstrasse zwischen Wassen und Meiendörfli war in den letzten 20 Jahren im Winter durchschnittlich während rund einer Woche gesperrt. Grund war Lawinengefahr oder eine tatsächliche Verschüttung.

1987 war in dem vom Volk genehmigten Strassenbauprogramm der Bau einer Notstrasse zwischen Husen und Meiendörfli für 22,5 Millionen Franken vorgesehen. Das Projekt kam aus finanziellen Gründen nie zustande. (sda)