LANDRAT UR: Kritik im Parlament an Wolf und Luchs

Nach mehren Rissen von Schafen durch den Wolf ist sich das Urner Kantonsparlament uneins darüber, ob Wolf und Luchs neben Nutztieren im Kanton Uri Platz haben. Vor allfälligen Massnahmen will die Regierung die neuen Konzepte des Bundes zu Wolf und Luchs abwarten.

Drucken
Teilen
Ein Luchs - hier aber im Tierpark Goldau. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

Ein Luchs - hier aber im Tierpark Goldau. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

Die Urner Regierung verzichtet vorderhand darauf, nach der Tötung mehrerer Schafe auf Urner Alpen durch einen Wolf das kantonale Wolfskonzept anzupassen, wie sie am Mittwoch sagte.

Zuerst will die Regierung die laufende Revision des nationalen Wolfskonzepts abwarten. Ein Nebeneinander von Alpenbewirtschaftung und Grossraubtieren solle in Uri grundsätzlich möglich sein, erklärte sie in ihrer Antwort auf eine Interpellation von Frieda Steffen (CVP).

Steffen bezweifelte, dass ein Nebeneinander von Schafen und Grossraubtieren möglich ist. Die Urner Topografie verunmögliche es in vielen Fällen, dass sich kleinere Schafherden zu grösseren zusammenlegen und von Hunden beschützen liessen. Zudem sei es unverhältnismässig, in grossen Höhen kilometerlange Schutzzäune zu errichten.

Zehn erwachsene Luchse in Uri

Uri biete zu wenig Lebensraum für den Wolf, sagte auch Max Baumann (SVP). Herbert Enz (SP) meinte hingegen, Nutztierhalter müssten den zusätzlichen Aufwand für Zäune und Herdenschutzhunde akzeptieren.

In Bezug auf den Luchs stuft die Regierung den Nutzen des Raubtiers höher ein als den Schaden, den es verursacht. Die rund zehn erwachsenen Luchse in Uri reissen jährlich rund 500 Rehe und Gemsen. Die Regierung will Gesuche für Abschüsse ebenfalls erst prüfen, wenn das neue nationale Luchskonzept vorliegt.

David Imhof (SP) regte ein kantonales Grossraubwildmonitoring an. Max Baumann (SVP) kritisierte, Uri biete lediglich Platz für fünf und nicht zehn Luchse. Alois Zurfluh (CVP) plädierte für gezielte Abschüsse, bevor diese auf illegale Weise geschehen würden. (sda)