LANDRAT UR: Urner Spitzensportler sollen Geld vom Kanton erhalten

Der Kanton Uri soll junge Spitzensportlerinnen und -sportler künftig finanziell unterstützen. Der Landrat hat in seiner Sitzung am Mittwoch eine entsprechende Motion als erheblich erklärt. Jährlich könnten ausgewählte Athleten maximal 12'000 Franken erhalten.

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Ein junger Skifahrer auf dem Gurschen. Wird aus ihm dereinst ein hoffnungsvoller Sportler? (Bild: Urs Hanhart(UZ)

Ein junger Skifahrer auf dem Gurschen. Wird aus ihm dereinst ein hoffnungsvoller Sportler? (Bild: Urs Hanhart(UZ)

Heute beschränkt sich die Sportförderung im Kanton Uri auf Auszahlungen aus dem Sportfonds und Übernahme von Schulgeldern für ausgewiesene Nachwuchsathleten. 2016 belief sich der Gesamtbetrag auf 340'000 Franken. Nach der Sekundarstufe II gibt es keine Fördergelder mehr. Das wollte Flavio Gisler (CVP) mit seiner Motion ändern.

An Sportler mit realistischer Chance auf eine Olympiateilnahme sollen jährlich bis zu 12'000 Franken ausbezahlt werden, für nicht-olympische oder paralympische Sportler maximal 6000 Franken. Dabei soll mit den Sportlern eine Vereinbarung abgeschlossen werden. Die Gelder sollen ebenfalls aus dem Sportfonds stammen, der aus dem Lotteriefonds geäuffnet wird. Der Anteil sei entsprechend zu erhöhen.

Dagegen sprachen sich SP und Grüne im Rat aus - sie wollten wissen, zu wessen Lasten die Erhöhung des Anteils gehe. Grundsätzlich stellte ihr Sprecher die Frage, ob es denn Aufgabe des Kantons sei, Spitzensportler zu sponsern. Er habe nichts gegen die Bereitstellung von Infrastruktur und die Unterstützung von Ausbildungskosten für Sportler.

Die Motion unterteile zudem in zwei Klassen von Sportlern, kritisierte er. Zudem habe Spitzensport oft negative gesundheitliche Konsequenzen. Die Aussicht auf staatliche Zuwendungen würde den Leistungsdruck weiter erhöhen. "Stellen sie sich einmal vor, ein staatlich geförderter Sportler vergreift sich im Dopingtopf."

Der Regierungsrat unterstützte das Anliegen. Andere Kantone würden bereits heute individuelle Beiträge an Spitzensportler ausrichten. In Uri wäre laut Regierungsrat Beat Jörg lediglich eine Handvoll Sportler betroffen. Kulturelle Veranstaltungen würden nicht zu kurz kommen, hier gäbe es anders als beim Sport eine Anzahl von Stiftungen. Die Ratsmehrheit folgte der Regierung mit 50 Ja- zu 5 Nein-Stimmen bei zwei Enthaltungen. (sda)