LANDRAT: Uri investiert in die Wohnraumförderung

Das Reusstal, das Urserntal sowie die Urner Seitentäler sollen zum Wohnen attraktiver werden. Der Landrat am Mittwoch ein Projekt zur Wohnraumförderung in den Regionen gutgeheissen – dies im zweiten Anlauf.

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Auch das Urserntal soll von der Wohnraumförderung profitieren. (Bild: PD)

Auch das Urserntal soll von der Wohnraumförderung profitieren. (Bild: PD)

Der Nachtragskredit über 204'000 Franken wurde von den Landräten mit 31 Ja- bei 24-Nein und 2 Enthaltungen gutgeheissen. Für insgesamt 340'000 Franken wird der Kanton Uri von 2015 bis 2017 klären, wie die Schaffung von Wohnraum in den entsprechenden Gebieten gefördert werden kann. Der Bund unterstützt das Projekt finanziell.

Bereits im Oktober 2014 diskutierte der Urner Landrat über einen Kredit zur Wohnraumförderung im oberen Reusstal und im Urserntal. Nachdem der Antrag vom Landrat in der Herbstsession knapp abgelehnt worden war, brachte die Regierung das Thema nach verschiedenen Gesprächen mit den Gemeinden in der April-Session in einer angepassten Form erneut zur Diskussion. Dieses Mal mit Erfolg.

Es braucht bis zu 2500 zusätzliche Wohnungen

Das Modellvorhaben zur Wohnraumförderung umfasst neu neben dem oberen Reusstal und dem Urserental auch Seitentäler. Probleme dieser Gebiete seien die Abwanderung, die tiefe Bautätigkeit und dass die vorhandenen Bauten teilweise schlecht unterhalten und genutzt würden, erklärte der Regierungsrat in seiner Botschaft.

Laut Studien werden im Urner Oberland und im Urserntal bis ins Jahr 2030 zwischen 1500 und 2500 zusätzliche Wohnungen gebraucht. Der steigende Wohnungsbedarf hängt unter anderem mit dem Bau des Tourismusresorts in Andermatt zusammen.

Unter der Leitung der Justizdirektion wird der Kanton in Zusammenarbeit mit dem Gemeindeverband Uri und der Hochschule Luzern ein Projekt realisieren, um den Wohnraum in den betroffenen Gebieten langfristig zu fördern.

FDP sieht fehlende Nachfrage als Hauptproblem

Kritiker aus dem bürgerlichen Lager bezeichneten auch das angepasste Projekt als teuren "Papiertiger" ohne wirklichen Nutzen. Auch FDP-Landrat Thomas Sicher äusserte sich mit Skepsis zum Projekt. Das Hauptproblem in den betroffenen Gebieten sei nicht das fehlende Angebot, sondern die fehlende Nachfrage. An dieser Problematik könne auch die geplante Studie nichts ändern. (sda)