LANDRAT: Uri rollt Fussballern den Kunstrasen-Teppich aus

Der Kanton unterstützt die Fussballvereine in Altdorf, Schattdorf und Erstfeld mit einem Beitrag von jeweils maximal einer halben Million Franken. Der Landrat stimmt dem Antrag der Regierung deutlich zu.

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2019 soll der Sportplatz Suworowmatte in Altdorf zu einem Kunstrasenfussballfeld umgerüstet werden. (Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 16. August 2017))

2019 soll der Sportplatz Suworowmatte in Altdorf zu einem Kunstrasenfussballfeld umgerüstet werden. (Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 16. August 2017))

Philipp Zurfluh

philipp.zurfluh@urnerzeitung.ch

Die Umrüstung der Fussballplätze von Natur- auf Kunstrasen hat eine nächste Hürde genommen. Am Mittwoch stimmte der Landrat dem Antrag der Regierung zu, dem Sportfonds in den Jahren 2018 bis 2020 jeweils einen Beitrag von 300000 Franken, also insgesamt 900000 Franken, zuzuweisen. Mit 59 Ja-Stimmen bei einer Enthaltung war das Verdikt eindeutig.

Mit weiteren 200 000 Franken pro Jahr (gesamthaft 600 000 Franken) kann der Regierungsrat den Sportfonds mit ordentlichen Zuweisungen äufnen. Bei einem maximalen Kantonsbeitrag von 500 000 Franken pro Kunstrasenspielfeld ist für 2018 bis 2020 mit Ausgaben von insgesamt 1,5 Millionen Franken zu rechnen. Die Zuweisung aus der Staatskasse stellt sicher, dass weiterhin Fondsgelder für die Unterstützung des regulären Sport- und Kulturschaffens zur Verfügung stehen. Mit dem Bau muss bis 2020 begonnen werden, ansonsten wird das eingestellte Geld an die Staatskasse zurückfliessen. Wenn ein Verein oder eine Gemeinde ein Projekt später in Angriff nehmen würde, wäre die Unterstützung nicht mehr möglich. Bedingung für den finanziellen Beitrag ist, dass das entsprechende Kunstrasenspielfeld auch nicht ortsansässigen Fussballklubs oder Vereinen zur Verfügung gestellt wird.

Laut Bernadette Arnold (CVP, Bürglen), Präsidentin der landrätlichen Bildungs- und Kulturkommission, hat der Bau der Kunstrasenfelder einen grossen Nutzen: «Turnhallen werden nicht mehr durch Fussballklubs besetzt, da es die Kunstrasenfelder erlauben, fast das ganze Jahr auf diesen zu spielen.»

Andere Projekte werden nicht gefährdet

Cornelia Gamma (FDP, Schattdorf) bewertet stellvertretend für ihre Fraktion das Vorgehen des Regierungsrats als positiv und würdigt die zeitnahe und zielkonforme Umsetzung: «Die Gemeinden erhalten mit diesem Beitrag Planungssicherheit.»

Auch Claudia Gisler (CVP, Bürglen) unterstützt den Kantonsbeitrag für Kunstrasenfelder: «Positiv zu werten ist, dass mit dem vorgeschlagenen Finanzierungskonzept keine Gelder aus dem Lotteriefonds für andere Sport- und Kulturprojekte blockiert werden.» Fussballvereine würden neben vielen anderen Vereinen einen wertvollen Beitrag bei der Freizeitgestaltung der vor allem jungen Menschen leisten.

Max Baumann (SVP, Spiringen) schloss sich dem Votum seiner Vorrednerin an: «Es ist keine Gefährdung von anderweitigen Sport- und Kulturprojekten zu erwarten.» Es sei wichtig, dass in Uri gute Sportanlagen bestehen, sagte Baumann: «Mit den Kunstrasenfeldern kann fast das ganze Jahr im Freien gespielt werden.»

Auch die SP/Grüne-Fraktion hält den Kantonsbeitrag für Kunstrasenspielfelder in Altdorf, Schattdorf und Erstfeld für notwendig: «Diese Lösung soll im Hinblick auf die wachsende Zahl an Spielerinnen und Spielern in Fussballklubs zur Entspannung der Platzprobleme beitragen», sagt Nina Marty (SP, Altdorf).

Laut dem Regierungsrat dürfte in Altdorf eine Umrüstung vermutlich ins Jahr 2019 fallen, in Schattdorf ins Jahr 2018. In Erstfeld hat die Stimmbevölkerung bereits das Projekt «Neue Sport- und Freizeitanlage Pfaffenmatt» gutgeheissen. Das Projekt beinhaltet den Bau eines Kunstrasenfussballfelds und die etappierte Sanierung des Naturrasenfelds.