LANDRAT: Urner Parlament hebt Filmzensurgesetz auf

Im Kanton Uri wird das Filmzensurgesetz aufgehoben. Dies hat der Landrat am Mittwoch einstimmig beschlossen. Das Gesetz war überflüssig geworden und nicht mehr befolgt worden.

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Öffentliche Filmvorführungen müssen sich nicht mehr vor Zensur fürchten. (Archivbild Urs Hanhart / Neue UZ)

Öffentliche Filmvorführungen müssen sich nicht mehr vor Zensur fürchten. (Archivbild Urs Hanhart / Neue UZ)

Als "Gesetzesdinosaurier" hatte der Altdorfer Landrat Alf Arnold (SP/Grüne) im Januar 2013 das Filmzensurgesetz bezeichnet, als er in einem Vorstoss die Aufhebung des Gesetzes aus dem Jahr 1966 forderte. Das Gesetz werde gar nicht mehr befolgt oder sei durch neue Bundesnormen ersetzt worden, etwa beim Schutz vor Gewaltdarstellungen oder bei der Festsetzung der Altersgrenze für Filme.

Dieser Meinung waren auch der Regierungs- und der Landrat. Ohne grosse Diskussion hob das Parlament das Gesetz einstimmig auf. Sicherheitsdirektor Beat Arnold sprach von "einem alten Zopf, den man abschneiden kann". Das letzte Wort hat allerdings das Urner Volk, das noch über die Aufhebung abstimmen muss.

Im Gesetz geregelt werden das Zulassungsalter für Filme oder die Vorschriften für das Aufführen. So dürfen Kinder unter 16 Jahren nur Filme sehen, die "eine einwandfreie Grundhaltung" haben. Ansonsten dürfen sie überhaupt nicht ins Kino. Die Filmzensurkommission, welche die Einhaltung dieser Regelungen überwachen soll, wurde indes schon seit Jahrzehnten nicht mehr einberufen. (sda)