LANDRAT: Urner Parlament will mehr Ärzte im Kanton

Der Kanton Uri hat schweizweit eine der tiefsten Ärztedichten. Der Landrat war sich am Mittwoch einig, dass dagegen etwas getan werden müsse.

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Im Kanton Uri kommen 98 Ärzte auf 100'000 Einwohner – so wenig wie sonst nirgends in der Schweiz. (Bild: Keystone / Christian Beutler)

Im Kanton Uri kommen 98 Ärzte auf 100'000 Einwohner – so wenig wie sonst nirgends in der Schweiz. (Bild: Keystone / Christian Beutler)

Die Urner Parlamentarier von links bis rechts waren an der Landratssession von Mittwoch mit Regierungsrätin Barbara Bär einig, dass im Gesundheitsbereich Handlungsbedarf bestehe. Die Gesundheitsdirektorin sagte, dass die medizinische Grundversorgung im Kanton gefährdet sei. So hätten heute viele keinen persönlichen Hausarzt mehr, eine Situation, die sich verschärfen werde.

In der Tat hat Uri bereits heute die schweizweit tiefste Ärztedichte. 2013 registrierte das Bundesamt für Statistik im Bergkanton umgerechnet 98 Ärzte pro 100'000 Einwohner. Am höchsten war die Dichte in Basel-Stadt mit 425 Ärzten.

Mit der Änderung des Gesundheitsgesetzes sollen die gesetzlichen Grundlagen geschaffen werden, um die medizinische Grundversorgung langfristig sicherzustellen. Der Kanton und die Gemeinden sollen die Möglichkeit erhalten, Anreizsysteme gegen eine Unterversorgung zu schaffen, sagte Bär.

Last durch Notfalldienste vermindern

Konkret sollen der Kanton und die Gemeinden unter anderem neue Organisations-, Arbeits- und Betriebsmodelle fördern und die Belastungen von Ärzten durch Notfalldienste vermindern. Zudem soll die Aus- und Weiterbildung ausgebaut werden.

Vorgesehen ist, dass der Regierungsrat Förderbeiträge bis 250'000 Franken für Anschub- und Teilfinanzierungen oder 2 Millionen Franken für Darlehen eigenmächtig sprechen kann. In der Debatte sorgten die A-fonds-perdu-Beiträge an Hausärzte für kontroverse Diskussionen. Förderungs- und Unterstützungsmassnahmen durch die öffentliche Hand seien mit Augenmass und Vorsicht zu gewährleisten, sagte etwa Petra Simmen (SVP).

Definitiv über das neue Gesundheitsgesetz befinden wird das Urner Parlament voraussichtlich in der September-Session. (sda)