LANDRAT: Urner Parlament zieht Wiedereinführung der Wirteprüfung in Betracht

Im Kanton Uri sorgen sich CVP-Landräte um die Qualität in der Gastroszene. Sie regen in einem Postulat an, die Wirteprüfung wieder einzuführen. Der Landrat befürwortete eine Teilüberweisung des Postulats mit 36 Ja- zu 19 Nein-Stimmen bei 2 Enthaltungen.

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Der Kanton Uri muss eine mögliche Wiedereinführung der Wirteprüfung prüfen. (Symbolbild: Keystone)

Der Kanton Uri muss eine mögliche Wiedereinführung der Wirteprüfung prüfen. (Symbolbild: Keystone)

Von der Wiedereinführung der Wirteprüfung würden nicht nur die Wirte, sondern auch die Gäste profitieren, betonte CVP-Landrat Paul Jans am Mittwoch. Mit der Änderung des Gastwirtschaftsgesetzes sollen unter anderem "die löchrigen Leitplanken und Gesetzesvorschriften" besser und klarer geregelt werden.

Die Postulanten sorgen sich unter anderem wegen hohen Fluktuationsraten bei Wirten und vermehrter Schliessungen traditioneller Restaurationsbetriebe um die Qualität in der Urner Gastronomie. Sie plädieren für attraktivere Rahmenbedingungen und verlangen eine Revision des kantonalen Gastwirtschaftsgesetzes von 1998.

Der Regierungsrat betonte im Landrat, dass die Wirteprüfung allein keine Gewähr biete, dass in einem Gastrobetrieb eine qualitativ hohe Leistung erbracht werde. Auch das Eingehen traditioneller Gastrobetriebe könne mit dem Erteilen eines Patents nicht gestoppt werden – eher das Gegenteil sei der Fall.

Auch mehrere SVP-Landräte äusserten sich kritisch zum Postulat. Die Gastronomiebranche sei selbst dafür verantwortlich, dass ihre Vertreter eine hohe Qualität abliefern, sagte Landrat Pascal Blöchlinger. Sein Fraktionskollege Walter Gisler äusserte sich ebenfalls negativ gegenüber der "Überregulierung der Gastroszene".

Mit der teilweisen Überweisung des Posultats ist der Urner Regierungsrat nun dazu angehalten, eine mögliche Wiedereinführung der Wirteprüfung erst zu prüfen. (sda)