Kanton Uri
Nach Postulat von junger Landrätin: Urner Regierung will sich für die Gleichstellung einsetzen

Ein Bericht soll Antworten liefern zu den Fragen eines im Landrat eingereichten Postulats.

Markus Zwyssig
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Der Frauenanteil im Urner Landrat liegt heute bei 25 Prozent. Zu wenig, findet Nora Sommer.

Der Frauenanteil im Urner Landrat liegt heute bei 25 Prozent. Zu wenig, findet Nora Sommer.

Bild: Urs Hanhart (Altdorf, 11. November 2020)

Für den Regierungsrat ist die Gleichstellung von Mann und Frau eine Daueraufgabe. Nun empfiehlt er dem Landrat, ein Postulat von Nora Sommer (SP, Altdorf) für eine aktive Förderung in diesem Bereich zu überweisen, wie die Regierung in ihrer Antwort auf das Postulat schreibt. Der Regierungsrat ist bereit, dem Landrat den gewünschten Bericht mit Antworten zu den von Sommer aufgeworfenen Fragen respektive den damit verbundenen Forderungen zu erstatten.

Sommer hatte ihren Vorstoss zusammen mit elf Mitunterzeichnenden im vergangenen August eingereicht. Sie bemängeln, dass der Regierungsrat in der laufenden Legislatur ausschliesslich aus Männern besteht. Der Frauenanteil im Landrat liege bei nur 25 Prozent. In der kantonalen Verwaltung betrage der Frauenanteil beim höheren Kader sogar lediglich 12,8 Prozent (Stand: August 2019).

Männer-Regierung und geringer Frauenanteil im Landrat

Im Postulat wird daher gefordert, dass der Regierungsrat seine Position für eine aktive Förderung der Gleichstellung nutzen soll. Er soll einen Bericht über die kantonale Gleichstellungspolitik vorlegen. Dieser soll eine Gesamtübersicht der bestehenden, bereits geplanten und weiteren Massnahmen auf kantonaler Stufe sowie die Schnittstellen der Zusammenarbeit mit dem Bund auf der einen und den Urner Gemeinden auf der anderen Seite beinhalten. Damit soll die Gleichstellung von Frau und Mann im Kanton Uri gezielt und koordiniert vorangebracht werden.

Sommer geht es in ihrem Vorstoss um die Sicht der Frauen und um die Gleichstellung. Es soll sensibilisiert werden auf Geschlechterstereotypen innerhalb der Verwaltung, insbesondere bei Führungskräften. Sommer will, dass Frauen und Männer in der kantonalen Verwaltung die gleichen Aufstiegschancen haben und dass der Frauenanteil in den Kaderpositionen erhöht wird. Auch Kinder sollen sich ausserdem auf allen Bildungsstufen mit Geschlechterrollen auseinandersetzen, Stereotypen thematisieren und abbauen können. So soll ihnen eine Berufswahl frei von Stereotypen ermöglicht werden, wünscht sich Sommer. Sie fragt auch nach Zahlen zu Beratungsanfragen bezüglich Lohndiskriminierung und sexueller Übergriffe sowie nach den Kompetenzen der Gleichstellungskommission. Kommende Woche wird der Landrat das Postulat behandeln.