LANDRAT: Vision einer 2000-Watt-Gesellschaft bis 2050

Im Kanton Uri soll bis im Jahr 2050 die 2000-Watt-Gesellschaft verwirklicht werden. Heute verbraucht ein Urner durchschnittlich 6000 Watt Leistung pro Jahr.

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Der höchste gelegene Strom­masten der Schweiz im Ezlital - Gemeinde Silenen. (Archivbild Sven Aregger/Neue UZ)

Der höchste gelegene Strom­masten der Schweiz im Ezlital - Gemeinde Silenen. (Archivbild Sven Aregger/Neue UZ)

Das geht aus dem am Mittwoch dem Landrat vorgelegen Bericht zur Energie­strategie hervor. Laut Bericht wird auch eine klimaneutrale Energiegewinnung angestrebt. Ausserdem soll der Kanton Uri für die Nutzung seiner Wasserkraft marktgerecht entschädigt werden.

Für 2020 formuliert die Kantonsregierung ein Zwischenziel: Energiever­brauch pro Person 4000 Watt und die Erhöhung des Anteils der erneuerbaren Energie von heute 5 auf 25 Prozent. Die aus Urner Gewässern produzierte Energie soll gegenüber 2006 um 10 Prozent erhöht werden, der finanzielle Ertrag soll sich um mindestens 25 Prozent steigern.

Die Regierung sieht in mehreren Punkten Handlungsspielraum. Mit energiesparenden Massnahmen in Gebäuden, bei Geräten und Anlagen sowie bei der Nutzung und Bewirtschaftung der Bauten der öffentlichen Hand können bis ins 2020 zwischen 20 und 25 Prozent oder 52 Gigawattstunden eingespart werden.

Grosses Potenzial an Umgebungswärme
Bei der erneuerbaren Energie wird vor allem die Nutzung der Umgebungswärme als sehr bedeutend erachtet. Der Kanton verfügt über praktisch unbeschränkte natürliche Ressourcen. Würden sie konsequent genutzt, könnte man alle Wohnbauten in Uri vollkommen CO2-neutral ohne Emissionen mit Wärme versorgen.

Bereits heute deckt die Stromproduktion aus Wasserkraft den Stromverbrauch des Kantons um ein Mehrfaches. Trotzdem besteht noch ein grosses, nicht ausgeschöptes Wasserkraftpotenzial.

Neue Strategie - und viel Aufwand
Die Regierung hat bezüglich Wasserkraft eine Eignerstrategie entwickelt. Zentrale Punkte sind die Erhöhung der Stromproduktion aus Wasserkraft, die Erhöhung der kantonalen Energiebezugsrechte bei bestehenden und neuen Konzessionen sowie die Sicherung der Stromversorgung für die Urner Bevölkerung und Wirtschaft.

Die Umsetzung aller von der Regierung angeregten Massnahmen ist allerdings sehr zeit- und arbeitsintensiv. Das heutige Personal des Amtes für Energie (200 Stellenprozente) wird dafür nicht ausreichen. Die notwendige Arbeit kann laut Bericht nur mit einer zusätzlichen Stelle oder durch externe Aufträge abgedeckt werden.

sda