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LANDWIRTSCHAFT: Eine Stiftung will in Uri schlummerndes Bio-Potenzial wecken

Die Albert-Koechlin-Stiftung will Bauernbetrieben dazu verhelfen, auf Bio umzustellen. Der Absatzmarkt ist vorhanden – nun soll eine Anschubfinanzierung helfen.
Auch Urner Landwirtschaftsbetriebe eignen sich gut für Bio. (Bild: PD)

Auch Urner Landwirtschaftsbetriebe eignen sich gut für Bio. (Bild: PD)

«Wo die Knospe drauf ist, ist Bio drin»: Dieser Werbespruch ist vielen bekannt. Doch im Kanton Uri ziert die Knospe nur gerade jeden zehnten Bauernbetrieb. Das könnte sich bald ändern: Die Albert-Koechlin-Stiftung bietet konventionellen Betrieben in der Zentralschweiz nun Anschub­finanzierung, wenn sie auf Bio umstellen. Dies wurde an der Jahresversammlung des Biovereins Uri bekannt.

Zahl der Biobetriebe in Uri stagniert

Der Biomarkt in der Schweiz boomt, die einheimische Produktion kann die gesamte Bionachfrage nicht decken. Es gäbe also Potenzial für Biobetriebe in Uri: «Viele Urner Berglandwirtschaftsbetriebe arbeiten sehr naturnah», sagt Max Müller, Präsident des Biovereins Uri. «Sie könnten ihr Einkommen verbessern und müssten wenig unternehmen, um auf Bio umzustellen», gibt er sich überzeugt.

Die Zahl der Urner Biobetriebe stagniert bei 47 trotz drei Neuanmeldungen: Zwei Betriebe haben aufgegeben, ein Betrieb wirtschaftet nach dem Generationenwechsel sogar wieder konventionell. Das schmerzt den Präsidenten, der gerne in seiner bald achtjährigen Amtszeit die Fünfziger-Marke geknackt hätte.

Ausreichend grosse Ställe, Bewegung (Alpung), betriebseigenes Futter, standortgerechte Zucht und Reduktion von Antibiotika stellt der Verein Bio Uri ins Zentrum. «Ich bin überzeugt, dass die Biobewegung eine Vorreiterrolle beim minimierten Antibiotikaeinsatz einnehmen muss», so der Präsident. Bio ­Suisse unterstützt dieses Engagement vor allem mit dem Projekt Provieh, das mit Stallvisiten, Fachreferenten und Arbeitskreisen das Wissen und den Erfahrungsaustausch unter den Bauern fördert. Seit rund einem Jahr treffen sich auch Urner Biobäuerinnen und -bauern in einem Arbeitskreis.

Die Albert-Koechlin-Stiftung will den Biolandbau in der Zentralschweiz fördern. Im Sinn einer Anschubfinanzierung unterstützt die Stiftung den Aufbau von ­regionalen Vermarktungs- und Verarbeitungsketten von Bioprodukten mittels A-fonds-perdu-Beiträgen. Bestehende Bio­betriebe, die neue Produkte entwickeln, verarbeiten oder vermarkten möchten, oder konventionelle Betriebe, die auf Bio umstellen wollen, können ebenfalls von einer Unterstützung durch die Albert-Koechlin-Stiftung profitieren.

Die Stiftung beteiligt sich an Beratung und Planung

Fachpersonen beraten Umsteller bei der Anpassung der betrieblichen Infrastruktur, bei Stallumbauten oder Neubauten. Die Stiftung beteiligt sich bei den Planungs- und Beratungskosten. Bereits zum neunten Mal soll der Biomarkt in Zug vom 2./3. September zum Schaufenster der Zentralschweizer Biobetriebe werden. Der Verein Bio Uri will das vorwiegend städtische Publikum mit der grossen Vielfalt lebendiger Traditionen des Kantons Uri überraschen.

Gezeigt wird Volkskultur, die nicht im Traditionellen verhaftet bleibt, sondern zeitgemäss weiterentwickelt wird: vom temperamentvollen «Beedälä», der fasnächtlichen Katzenmusik bis zur neuen Volksmusik mit Brassband. Kulinarisch sollen die Gäste mit Urner Kaffee und Urner ­Pastete verwöhnt werden.

Die festliche Atmosphäre und die Lage des Marktes am Zugersee zieht jedes Jahr über 30 000 interessierte Besucher an. Der Zentralschweizer Biomarkt bietet jedem Betrieb viele Chancen zur Vermarktung seiner Produkte und zum Gewinn neuer Kunden.

«Wir alle sind gefordert, mit Stolz zu zeigen, dass wir über-zeugte Biobauern sind», sagte Müller und schloss damit die Jahresversammlung ab. Nächstes Jahr feiert der Verein Bio Uri sein 20-Jahr-Jubiläum – dann wohl mit über 50 Mitgliedern.

Christof Hirtler


Hinweis: Mehr Infos zum Unterstützungsangebot und zu den Beiträgen an die Biolandwirtschaft der Albert-Koechlin-Stiftung sind zu finden unter www.aks-tierwohl.ch.

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