Landwirtschaft
Einkommen der Urner Bauern weit unter dem schweizerischen Durchschnitt

Ein Lagebericht widmet sich der Situation der Urner Landwirtschaftsbetriebe und zeigt: Das Einkommen der Bäuerinnen und Bauern in Uri stagniert seit Jahren auf tiefem Niveau.

Drucken
Teilen

Die Agro-Treuhand Uri, Nid- und Obwalden GmbH hat wiederum eine Statistik über die Urner Landwirtschaft erstellt. Diese wurde anlässlich des vom Bauernverband Uri jährlich organisierten Treffens mit den bäuerlichen Organisationen und Landräten am Donnerstagabend auf dem Bielenhof in Erstfeld vorgestellt.

Der Bericht zeigt: Die landwirtschaftlichen Einkommen auf dem Talboden sind deutlich höher als in der Bergregion.

Der Bericht zeigt: Die landwirtschaftlichen Einkommen auf dem Talboden sind deutlich höher als in der Bergregion.

Bild: PD

Das Einkommen der Urner Bäuerinnen und Bauern hat gegenüber dem Vorjahr leicht abgenommen, heisst es in der Mitteilung, die aus dem Lagebericht hervorgeht. Für 2021 beträgt es im Durchschnitt der 115 ausgewerteten Betriebe 38'900 Franken. Das sei deutlich unter den Vergleichswerten der Bergbetriebe aus der ganzen Schweiz. Diese erreichten ein durchschnittliches landwirtschaftliches Einkommen von 57'400 Franken. Im Gegensatz zum durchschnittlichen landwirtschaftlichen Einkommen der Bergbetriebe Schweiz, welches auch dieses Jahr wieder angestiegen ist, stagniere das Einkommen der Urner Landwirtschaft über die vergangenen fünf Jahre auf tiefem Niveau.

Gestiegene Nachfrage nach inländischen Produkten in Uri nur minim

Das durchschnittliche Einkommen der ausgewerteten Urner Landwirtschaftsbetriebe hat rund 0,8 Prozent abgenommen, dies allerdings bei leicht höheren Abschreibungen. Im Vergleich mit der gesamten Schweiz, wo sich die Erholung des Schweinemarkts und die steigende Nachfrage nach Schweizer Lebensmitteln infolge Covid-19 positiv auf das landwirtschaftliche Einkommen ausgewirkt hat, hat die Schweinehaltung, wie auch die gestiegene Nachfrage nach inländischen Lebensmitteln im Kanton Uri nur eine geringe Bedeutung. Auf der anderen Seite profitierten die Landwirte von stabilen Preisen bei der Milch und beim Zucht- und Nutzvieh sowie von guten Preisen beim Schlachtvieh, heisst es in der Mitteilung weiter. Coronabedingt seien jedoch der Absatz und auch die Preise für Kalbfleisch im ersten Halbjahr 2020 massiv gesunken.

Die Direktzahlungen bei den ausgewerteten Betrieben sind leicht angestiegen. Dies zeige, dass sich die agrarpolitischen Massnahmen bei den Urner Landwirtschaftsbetrieben weniger effizient auswirken würden. Auf den im Vergleich mit der schweizerischen Bergregion kleinflächigen Urner Betrieben wirkt sich die vermehrte Unterstützung der Extensivierung weniger aus. Der Betriebsleiter muss sich entscheiden zwischen dem Ertrag aus der Tierhaltung oder dem Ertrag aus den Direktzahlungen für eine extensivierte Fläche. Wenn wenig Fläche vorhanden ist, werde dieser sich weniger für eine Extensivierung entscheiden, so die Agro-Treuhand Uri, Nid- und Obwalden.

Mehr Einkommen auf Talboden als in den Bergregionen

Innerhalb vom Kanton Uri besteht eine deutliche Differenz zwischen der Hügelregion (Talboden) und der Bergregion. Die landwirtschaftlichen Einkommen in der Hügelregion sind deutlich höher als in der Bergregion. Pro Betrieb gerechnet seien die Infrastrukturkosten der Urner Betriebe leicht gestiegen. Die grössten Kosten fallen bei Maschinen und Gebäuden an. Bei diesen Kosten entfällt ein grosser Anteil auf die Abschreibungen. Ein konsequentes Kostenmanagement bleibt auch in Zukunft für die Landwirte wichtig. Die Statistik zeige allerdings auf, dass der Grösseneffekt mit zunehmender Fläche abflacht. Dies sei der Fall, wenn wegen der Mehrfläche in den Stall oder in zusätzliche Maschinen investiert werden müsse.

Im Gegensatz zu den landwirtschaftlichen Einkommen haben die Nebeneinkommen leicht zugenommen. Das Gesamteinkommen beträgt 62'000 Franken. Es bewegt sich auf der Höhe der Vorjahre. Dabei sei zu beachten, dass dieses Gesamteinkommen vom Betriebsleiter/der Betriebsleiterin und dem Ehepartner/der Ehepartnerin erwirtschaftet wird. Der Privatverbrauch sei gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen, was unter dem Strich zu einer leicht tieferen Eigenkapitalbildung führt. Trotzdem zeigt sich, dass die Urner Bauernfamilien im Durchschnitt die Einnahmen und Ausgaben über das Gesamtunternehmen im Griff haben. Die tieferen Einkommen in der Urner Landwirtschaft würden mit tieferen privaten Ausgaben kompensiert.

Manche Betriebe wirtschaften erfolgreich, andere kämpfen ums Überleben

Die Spannbreite der landwirtschaftlichen Einkommen von den wirtschaftlich schlechteren zu den besten Betrieben ist sehr gross. Während einzelne Betriebe erfolgreich wirtschaften, kämpfen andere um das Überleben ihres Betriebes. Eine Vielzahl von Faktoren entscheiden über den Erfolg eines Landwirtschaftsbetriebes und dementsprechend hoch seien die Anforderungen an die Betriebsleiter und die Bauernfamilien. (pd/RIN)

Aktuelle Nachrichten