LANDWIRTSCHAFT: Obligatorische Versicherung für Urner Bauern soll fallen

Im Kanton Uri sollen Landwirte für ihre Rinder keine Versicherung mehr abschliessen müssen. Die Urner Regierung ist der Ansicht, dass dieses Obligatorium nicht zukunftsfähig ist. Das letzte Wort hat das Stimmvolk.

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Eine Kuhherde bei der Alpfahrt auf den Urnerboden. (Bild: Archiv Neue UZ / Symbolbild)

Eine Kuhherde bei der Alpfahrt auf den Urnerboden. (Bild: Archiv Neue UZ / Symbolbild)

Im Kanton Uri besteht seit 1971 ein Gesetzt über die Rindviehversicherung. Dieses verpflichtet alle Besitzer von Rindern, ihre Tiere bei einer Versicherungskasse gegen Krankheit und Unfall zu versichern.

Im Kanton bestehen heute 20 genossenschaftlich organisierte, öffentlich-rechtliche Rindviehversicherungskassen, wie die Urner Regierung in ihrem am Donnerstag veröffentlichten Bericht und Antrag an den Landerat schreibt. Diese versichern insgesamt 10'260 Tiere von 511 Mitgliedern gegen Unfall und Krankheit.

Nachdem der Regierungsrat den Beitrag an die Rindviehversicherungskassen im Finanzplan gestrichen hatte, setzte sich eine Arbeitsgruppe mit der Zukunft der Versicherung auseinander. Auf Anraten der Arbeitsgruppe will die Regierung nun das Versicherungsobligatorium und somit auch das entsprechende Gesetz aufheben. Die bestehenden Versicherungen müssten sich bis Ende 2018 neu organisieren.

Den Bauern schlägt die Regierung vor, ihre Tiere künftig nicht mehr oder privat zu versichern. Mit dem Verzicht auf eine Versicherung stünden die Bauern über mehrere Jahre hinweg finanziell nicht schlechter dar als mit der heutigen Versicherungslösung. Derzeit seien zudem Bestrebungen für die Gründung einer kantonalen Viehversicherung im Gang.

Obligatorium in anderen Kantonen bereits gefallen

In den letzten Jahren hätten viele Kantone diese obligatorische Viehversicherung aufgehoben, heisst es weiter. Damit sei meist auch der bis anhin gewährte kantonale Beitrag an die Versicherungskassen entfallen.

Die Urner Regierung sieht deshalb vor, sich stattdessen mit Beiträgen am Pikettdienst für das Notschlachten zu beteiligen. Zudem soll der Kanton neu Beiträge aus dem bestehenden Tierseuchenfonds an nicht versicherbare Tierverluste leisten können. Beispielsweise, wenn ein Tier wegen einer nicht anerkannten Seuche oder unbekannten Ursache verendet.

Die Regierung geht davon aus, dass mit der Aufhebung des Versicherungsobligatoriums der Finanzhaushalt des Kantons ab 2017 jährlich um 67'000 Franken entlastet wird. Die Auswirkungen auf die Landwirtschaftsbetriebe seien im Schnitt gering.

Über die Aufhebung des Gesetztes soll das Urner Stimmvolk Ende September oder spätestens Ende November entscheiden. (sda)