LANDWIRTSCHAFT: Urner Bauernbetriebe profitierten vom neuen Direktzahlungssystem

Die Urner Land- und Alpwirtschaftsbetriebe haben unter dem Strich von der Neuausrichtung der Agrarpolitik 2014-2017 und dem neuen Direktzahlungssystem profitiert. Ein Grossteil der Betriebe erhielt bis zu 5000 Franken oder mehr an Direktzahlungen.

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Ein Bauer bei der Ernte. (Symbolbild Keystone)

Ein Bauer bei der Ernte. (Symbolbild Keystone)

Insgesamt stiegen die Direktzuschüsse an die Urner Bauern von 26,5 (2013) auf 30,5 (2015) Millionen Franken, wie der Regierungsrat in einer am Donnerstag publizierten Antwort auf einen Vorstoss aus dem Parlament festhält.

Vier Fünftel der Betriebe in der Bergregion erhielten 2014 trotz Abschaffung der pauschalen Tier- und Flächenbeiträge mehr Direktzahlungen als im Vorjahr. Bei den Sömmerungsbetrieben waren es mehr als 90 Prozent der Betriebe.

Die Hälfte der Bergbetriebe erzielte laut Regierung bis zu 5'000 Franken mehr Direktzahlungen. Bei jeweils zehn Prozent der Urner Betriebe lag der Anstieg zwischen 10'000 und 15'000 Franken respektive über 15'000 Franken.

Ohne Anpassungen

Die Bauern hätten davon profitiert, dass die neuen, freiwilligen Programme auf die Urner Land- und Alpwirtschaft zugeschnitten seien, hält der Regierungsrat fest. An diesen hätten sich die Betriebe ohne grössere betriebliche Anpassungen beteiligen können.

Die Agrarpolitik 2014 bis 2017 des Bundes richtete das Direktzahlungssystem an die Bauern auf die Abgeltung von Leistungen aus. Im Gegenzug wurden pauschale Tier- und Flächenbeiträge abgeschafft.

Die Urner Regierung sieht keinen Anlass, diese Neuausrichtung wieder rückgängig zu machen. Sie lehnt eine entsprechende Motion von Landrat Alois Arnold (SVP) ab. Dieser verlangt, dass sich Uri mit einer Standesinitiative für eine Wiedereinführung des Beitrags für erschwerte Produktionsbedingungen in der Landwirtschaft im Berggebiet stark macht. Zudem sollen wieder Beiträge pro Hektare oder Grossvieheinheit nach Zonen eingeführt werden.

Tiefere Einkommen im Berggebiet

Alois Arnold begründet seinen Vorstoss mit dem Umstand, dass Produktionsnachteile und Mehrkosten für Bauern in Berggebieten nicht mehr speziell finanziell abgegolten würden. Er reklamiert, dass die landwirtschaftlichen Einkommen in Berggebieten im Durchschnitt gut 10'000 Franken tiefer lägen als in der übrigen Landwirtschaft.

Der Regierungsrat hingegen hält fest, dass eine Wiedereinführung nicht-leistungsorientierter, tier- oder flächengebundener Direktzahlungen den Interessen der Urner Landwirtschaft und der Stossrichtung der neuen Agrarpolitik grundsätzlich widersprechen würden. (sda)