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LANDWIRTSCHAFT: Urner Regierungsrat gegen Heimatschutz für kleine Bauernbetriebe

Im Gegensatz zu umliegenden Kantonen soll Uri kleineren Bauernbetrieben nicht den Gewerbestatus geben. Der Regierungsrat hat eine Motion abgelehnt, die eine Senkung der Gewerbegrenze von 1,0 auf 0,8 Standardarbeitskräfte verlangt, weil dies die Schaffung einer effizienteren Landwirtschaft bremse.
Bergbauernhof auf Oberbalm oberhalb des Schächentals am Klausenpass. (Bild: Keystone)

Bergbauernhof auf Oberbalm oberhalb des Schächentals am Klausenpass. (Bild: Keystone)

Heute gilt in Uri ein Bauernhof als Gewerbebetrieb, wenn zu dessen Bewirtschaftung mindestens eine Arbeitskraft nötig ist. Die Motion von Daniel Furrer (CVP) und Alois Arnold (SVP) verlangt, die Grenze auf 0,8 Arbeitskräfte zu senken.

Begründet wird das Anliegen damit, dass der Bund die Mindestbetriebsgrösse für ein landwirtschaftliches Gewerbe erhöht hat. Nidwalden hat deswegen auf 2018 die Grenze von 1,0 auf 0,8 Standartarbeitskräfte gesenkt. Auch in Obwalden, Schwyz, Luzern, Glarus oder das Tessin gilt ein Bauernbetrieb auch dann als Gewerbe, wenn weniger als eine Arbeitskraft eingesetzt werden muss.

Familienbetriebe schützen

Die Motionäre schreiben, dass ohne Anpassung in Uri rund 25 Betriebe der zirka 330 landwirtschaftlichen Gewerbebetriebe ihren Status verlieren würden. Eine Anpassung sichere dagegen rechtlich diese Familienbetriebe und leiste einen Beitrag an eine nachhaltige und unternehmerische Landwirtschaft.

Der Regierungsrat kommt in seiner am Freitag publizierten Antwort auf die Motion aber zu einem anderen Schluss. Es seien anteilsmässig nur wenige bisherige landwirtschaftliche Betriebe von den neuen Bundesvorgaben betroffen, schreibt er.

Durch die neue Definition des Bundes sank gemäss Regierungsrat die Zahl der landwirtschaftlichen Gewerbetriebe per Saldo nur von 313 auf 307. Würde die Grenze auf 0,8 Standardarbeitskräfte gesenkt, nähme die Zahl der Betriebe auf 366 zu.

Strukturpolitisch falsch

Der Regierungsrat befürchtet, dass mit der Senkung der Gewerbegrenze Betriebe mit ungenügendem wirtschaftlichen Potenzial profitieren könnten. Die Entwicklung hin zu einer Landwirtschaft mit effizienteren und produktiveren Strukturen würde gebremst. Es sollten aber nur grössere, längerfristig existenzsichere und wettbewerbsfähige Betriebe gefördert werden.

Gegen die Forderungen der Motion ins Feld geführt werden ferner vom Regierungsrat mögliche höhere kantonale Baubeiträge. Zudem genössen Betriebe mit Gewerbestatus Privilegien, die teilweise zu Lasten der Allgemeinheit gingen oder übergeordnete gesellschaftliche Ziele tangierten. Als Beispiel genannt wird die Raumplanung

Im Kanton Uri gab es 2017 526 Landwirtschaftsbetriebe, die Direktzahlungen erhalten haben. (sda)

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