Lawinenschutz am Oberalp: Kanton Uri soll mitzahlen

Die Matterhorn-Gotthard-Bahn will mit zusätzlichen Lawinenschutzmassnahmen die Sicherheit und Verfügbarkeit der Strecke zwischen Andermatt und Oberalppass verstärken. Der Urner Regierungsrat beantragt, einen Teil der Kosten dafür zu übernehmen.

Carmen Epp
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Ein Zug der Matterhorn-Gotthard-Bahn auf dem Oberalppass. (Bild: Keystone/Urs Flüeler, 14. Dezember 2018)

Ein Zug der Matterhorn-Gotthard-Bahn auf dem Oberalppass. (Bild: Keystone/Urs Flüeler, 14. Dezember 2018)

Die Matterhorn-Gotthard-Bahn (MGB) hat die von Naturgefahren gefährdeten Stellen auf Urner Kantonsgebiet aufgrund des vorhandenen Risikos bewertet. Dabei zeigte sich, dass die grössten Risiken aus Sicht der MGB auf dem Streckenabschnitt zwischen Andermatt und dem Oberalppass infolge der Lawinengefährdung bestehen. Das hält die Regierung in ihrem Bericht und Antrag vom 12. März an den Landrat fest.

Die häufigsten Gleisverschüttungen ereignen sich auf dieser Strecke im Lawinenzug Stafelerbord. Hier wird das Bahntrassee im Durchschnitt fünfmal pro Jahr durch Schneerutsche und Lawinen verschüttet, die unterhalb der Lawinenverbauungen anreissen. Ebenfalls häufig durch Lawinen beeinträchtigt ist das Trassee bei den beiden Galerieportalen am Oberalpsee (Harte Plangge Ost und West).

Zusätzliche Werkreihen und neue Lawinenverbauung

In diesen drei Abschnitten auf der nördlichen Talseite sollen die beiden bestehenden Lawinenverbauungen im Stafelerbord und in der Harte Plangge West mit drei bis vier zusätzlichen Werkreihen beziehungsweise total 2300 Meter Stahlschneebrücken und 280 Meter Schneenetzen ergänzt werden. In der Harte Plangge Ost ist eine neue Lawinenverbauung, bestehend aus 340 Meter Stahlschneebrücken und 84 Meter Schneenetzen, vorgesehen. Kostenpunkt für diese Massnahmen: rund 5,1 Millionen Franken.

Zusätzliche Massnahmen plant die MGB im Lawinenzug Seeplangge auf der südlichen Talseite. Dort stellen grössere Fliess- und Staublawinen die massgebenden Risiken dar. Diese verschütten einerseits das Bahntrassee alle fünf Jahre. Andererseits ist die Einschätzung der Lawinengefahr in diesem grossen Anrissgebiet schwierig, wodurch die Strecke oft zusätzlich länger geschlossen bleibt. In der Seeplangge sind daher vier fixe Sprengmasten sowie ein Lawinen- und zwei Personendetektionsradare geplant. Die Kosten für diese Massnahmen werden auf rund 0,9 Millionen Franken geschätzt.

Die Massnahmen sollen in den Sommermonaten der Jahre 2019 bis 2021 umgesetzt werden und die Sicherheit und Verfügbarkeit der Bahnanlage zwischen Andermatt und dem Bündnerland erhöhen.

Bund beteiligt sich mit mindestens 35 Prozent

Der Schutz von Menschen und erheblichen Sachwerten vor Naturgefahren wird gemäss Bundesgesetzgebung mit Abgeltung unterstützt. Das Bundesamt für Umwelt erklärte sich im September 2018 mit der Vorstudie vom Juli 2018 und mit der Ausarbeitung eines Bauprojekts einverstanden. Es werden Bundesbeiträge von mindestens 35 Prozent in Aussicht gestellt. Die vorgesehenen Massnahmen in der Seeplangge werden vom Bund nicht unterstützt, da diese kein positives Nutzen-/Kostenverhältnis aufweisen.

Bei Unterstützung der Massnahmen durch den Bund wird eine Beteiligung des Kantons erwartet, hält die Regierung fest. Projekte dieser Grössenordnung sind nicht Bestandteil der Programmvereinbarung Schutzbauten. Der Beitrag wird gemäss kantonaler Waldverordnung per Verfügung einzeln gewährt. Die Höhe der Beiträge richtet sich nach der Bedeutung, der Notwendigkeit und der Wirksamkeit der Massnahmen. Der Regierungsrat beantragt dem Landrat an der Session vom 10. April, das Projekt «Lawinenschutz Matterhorn Gotthard Bahn Oberalppass» mit einem Kantonsbeitrag von 5 Prozent zu unterstützen. Bei anrechenbaren Kosten von 5,112 Millionen Franken würde der Kanton einen Beitrag von maximal 255'600 Franken leisten.