LEGISLATUR 2008-2012: «Uri geht es besser als vor ein paar Jahren»

«Wir werden weiterhin eine erfolgreiche Politik machen», sagt der neue Landammann Isidor Baumann. Im Interview erklärt er, woher er die grosse Zuversicht nimmt.

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Landammann Isidor Baumann im Regierungsratssaal. (Bild Keystone)

Landammann Isidor Baumann im Regierungsratssaal. (Bild Keystone)

Herr Baumann: Sie sind seit bald einer Woche Landammann. Erwarten Sie eigentlich mehr Bürde als Würde?

Isidor Baumann: Wenn man das Amt eines Regierungsrats antritt, ist man sich bewusst, dass dies mit Würde und Bürde verbunden ist. Wird man dann zum Landammann gewählt, so ist dies sicher zusätzlich noch mehr Würde.

Wie stark können Sie als Landammann die politische Agenda bestimmen?

Baumann: Der Landammann sagt nicht, wie Politik gemacht wird. Die Rollen sind verteilt, die Direktionsverantwortlichkeit ändert sich nicht. Vielmehr ist es die Aufgabe des Landammanns, nicht mehr nur ein spezielles Augenmerk auf die Geschäfte der eigenen Direktion zu werfen, sondern grundsätzlich sensibler zu werden für die generellen Anliegen der gesamten Gesellschaft, Wirtschaft oder auch der Politik ausserhalb des eigenen Kantons. Ich sehe die Aufgabe des Landammanns nicht in erster Linie darin, Neues zu bewerkstelligen. Dies könnte ja auch als Korrektur der Arbeit des Vorgängers interpretiert werden. Neues kann man zwar erfinden, aber es braucht dafür auch ein geändertes Umfeld oder entsprechende Bedürfnisse.

Wann ist man eigentlich ein guter Landammann?

Baumann: Wenn es einem gelingt, das ganze Ratskollegium für seine Arbeit zum Wohle der Allgemeinheit zu motivieren. Darf der Landammann während der zweijährigen Amtszeit zusätzlich feststellen, dass die Kollegin und die Kollegen, aber auch die Bevölkerung überzeugt sind, der Kanton werde von einem guten temporären Chef repräsentiert, dann macht er sicher einen guten Job.

Und wann repräsentiert der Landammann gut?

Baumann: Wenn es dem Landammann gelingt, Uri bei Auftritten innerhalb und ausserhalb des Kantons unverfälscht darzustellen, dann repräsentiert er gut. Jeder muss merken: So tickt Uri, so will Uri sein, so sieht Uri aus, so spricht Uri, so gibt sich Uri und so wehrt sich Uri.

Uri tickt heute besser, es sieht besser aus, das Image ist besser: Ist es somit einfacher, Landammann zu sein?

Baumann: Unbestritten ist: Uri geht es besser als noch vor wenigen Jahren. Uri wird von aussen auch positiver wahrgenommen. Ich frage mich allerdings ernsthaft, ob die Sache damit einfacher wird. Man kann auch in guten Zeiten Fehler machen, etwa indem man falsch agiert, falsch interveniert oder falsch lobbyiert. In guten Zeiten ist man aber sicher gefragter und es öffnen sich eher Perspektiven oder Türen. Man landet als Repräsentant eines aufstrebenden Kantons sicher eher auf einer Einladungliste und erhält dadurch die Möglichkeit, wichtige und nachhaltige Kontakte zu knüpfen. Voraussetzung bleibt allerdings, dass man es bei dieser Gelegenheit versteht, den Kanton ins richtige Licht zu rücken.

Interview von Bruno Arnold

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Freitag in der Neuen Urner Zeitung.