LEHRSTELLEN: Abschied von typischen Frauenberufen

Für junge Frauen ist es schwer, eine Lehrstelle zu finden. Sie sollen deshalb ihren Beruf aus einem grösseren Spektrum wählen. Der Kanton Uri hat dafür eine Kampagne lanciert.

Drucken
Teilen
Silvia Häusli (Mitte) lernt einen Beruf auf der Baustelle. (Bild Chris Iseli/Neue LZ)

Silvia Häusli (Mitte) lernt einen Beruf auf der Baustelle. (Bild Chris Iseli/Neue LZ)

Die Perspektiven nach Abschluss der obligatorischen Schulzeit sind für die Urner Jugendlichen erfreulich, schreibt die Bildungs- und Kulturdirektion in einer Medienmitteilung. Nur etwa 10 Prozent müssen ein Zwischenjahr absolvieren.

Gewisse Probleme, den direkten Einstieg in die Berufswelt zu schaffen, haben junge Frauen. Die Bildungs- und Kulturdirektion Uri hat nun eine Kampagne lanciert, die Oberstufenschülerinnen motivieren soll, bei ihrer Berufswahl nicht nur traditionellen Mustern zu folgen.

Weniger Verdienst, häufiger arbeitslos
In den letzten Jahren schafften laut Mitteilung jeweils fast 90 Prozent der Urner Jugendlichen den direkten Schritt von der Sekundarstufe I (obligatorische Schulzeit) in die Sekundarstufe II (Berufsbildung oder weiterführende Schulen). Das ist ein – im gesamtschweizerischen Vergleich – einmalig gutes Resultat. Dank hoher Ausbildungsbereitschaft der Urner Wirtschaft, guter Wirtschaftslage und neuen Angeboten haben die jungen Männer kaum Probleme, eine passende Lösung zu finden, so die Bildungs- und Kulturdirektion.

Junge Frauen hingegen haben beim Übergang von der obligatorischen Schule in die Berufslehre häufiger Probleme als junge Männer, heisst es in der Mitteilung . Dies weil sie aus einem viel engeren Spektrum von Berufen auswählen würden als junge Männer und weil das Lehrstellenangebot in den traditionell von jungen Frauen nachgefragten Berufen kleiner ist als in den übrigen Berufsfeldern. Sie würden so riskieren, dass sie im späteren Berufsleben bedeutend weniger verdienen, häufiger arbeitslos werden und oft auch geringere Karrierechancen haben.

Information ist wichtig
Dennoch gibt es im Kanton Uri immer mehr junge Frauen, die bei der Berufswahl die herkömmlichen Muster verlassen. Die nun lancierte Kampagne solle diese Tendenz verstärken. Die wichtigsten Ziele der Kampagne sind:

  • Gezielt informieren: Die Problematik, die mit dem traditionellen Berufswahlveralten junger Frauen verbunden ist, soll von einer breiten Öffentlichkeit im Kanton Uri wahrgenommen werden.
  • Mehr Auseinandersetzung: Junge Frauen sollen sich vermehrt mit «nicht frauenspezifischen» Berufen befassen.
  • Verändertes Wahlverhalten: Junge Frauen sollen sich häufiger für handwerkliche und technische Berufe entscheiden.

Im Rahmen der Kampagne «My Top Job»sind unter anderem folgende Aktivitäten geplant:

  • Portraits von jungen Urnerinnen in handwerklichen und technischen Berufen
  • Informationsmaterial, Drucksachen, Flyer und Präsentationen zum Thema
  • Spezielle Informationseinheiten für Eltern und Jugendliche
  • Informationsveranstaltung über Frauen in technischen Berufen in Zusammenarbeit mit der ETH Zürich
  • Informationen auf dem Internet
  • Spezielle Informationen für Lehrpersonen
  • Spezielle Berufsinformationsveranstaltungen für Oberstufenschülerinnen
  • Intensive Unterstützung des nationalen Tochtertags (13. November) 

Die Kampagne soll laut Medienmitteilung 1,5 bis 2 Jahre dauern.

ana