Leitung des Fonds Landschaft Schweiz tagte in Uri

Die Kommission besuchte diverse Projekte im Meiental sowie in Altdorf und Umgebung, welche finanziell unterstützt werden.

Matthias Furger
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Adi Arnold von der Wanderweg- und Bike-Fachstelle (links) und Georges Eich, Vorsteher Amt für Raumentwicklung, erläutern ein  Projekt im Buchholz in Silenen. (Bild: Matthias Furger, 16. September 2019)

Adi Arnold von der Wanderweg- und Bike-Fachstelle (links) und Georges Eich, Vorsteher Amt für Raumentwicklung, erläutern ein Projekt im Buchholz in Silenen. (Bild: Matthias Furger, 16. September 2019)

Mit insgesamt 2,2 Millionen Franken hat der Fonds Landschaft Schweiz (FLS) bereits 38 Projekte zur Erhaltung und Aufwertung naturnaher Kulturlandschaften im Kanton Uri unterstützt. Einmal pro Jahr tagt die FLS-Kommission ausserhalb von Bern. Dieses Jahr war der Kanton Uri an der Reihe. Die Kommissionsmitglieder nutzten die Gelegenheit, um am 16. und 17. September verschiedene Projekte im Meiental sowie in Silenen, Altdorf und im Reussdelta zu besuchen, die der Fonds mitfinanziert.

Der FLS wurde 1991 anlässlich der 700-Jahr-Feier der Eidgenossenschaft vom Parlament ins Leben gerufen. Er ist ein unabhängiges Förderinstrument des Bundes für die Pflege und Aufwertung naturnaher Kulturlandschaften. Damit gemeint sind Landschaften, welche zwar land- oder forstwirtschaftlich genutzt werden, gerade durch diese Nutzung aber auch Lebensräume für Tiere, Pflanzen und andere Organismen bieten und damit zur Artenvielfalt beitragen. Im Kanton Uri trifft das insbesondere auf die typischen Trockenmauersysteme zu, wie sie beispielsweise im Meiental vorkommen. Ferner bietet die steinige Landschaft hier unter anderem Lebensraum für rund 20 verschiedene Steinrosenarten. Deshalb führte die erste von mehreren Exkursionen die Kommissionsmitglieder des FNS sowie einige Gäste am Montagnachmittag ins Meiental.

Solche Mauer- und Wegsysteme wie in Silenen unterstützt der Fonds. (Matthias Furger, 16. September 2019)

Solche Mauer- und Wegsysteme wie in Silenen unterstützt der Fonds. (Matthias Furger, 16. September 2019)

Abwanderung wird grosses Problem benannt

Georges Eich, Vorsteher des Amts für Raumentwicklung, stellte den Anwesenden den Kanton Uri vor. Dabei erklärte er, dass ein Hauptproblem beim Erhalt der Landschaftsmosaike, Biotope und der Artenvielfalt in Seitentälern wie dem Meiental die Abwanderung und damit die Knappheit der Ressource Mensch sei. «Denn die Mitarbeit der lokalen Landwirte ist für die Landschaftspflege unverzichtbar», sagte Eich.

Zum Beispiel dürfen nicht sämtliche Steine einfach aus den Wiesen entfernt werden, da sie lebensnotwendig für bestimmte Organismen sind. Etwa das Errichten von sogenannten Lesesteinhaufen durch die Landwirte sei deshalb sehr hilfreich. Es müssen daher Anreize für die Mitarbeit geschaffen werden. Der Kanton Uri weist eine hohe Dichte an naturnahen Kulturlandschaften auf, die zudem sehr vielschichtig sind. «Wir benötigen daher ganzheitliche, integrale Projekte, statt punktuelle Massnahmen», so Eich. Nebst Sanierungsprojekten für die Trockenmauern unterstützt der FLS auch ein Sanierungsprojekt von Pro Natura für spezielle Holzzäune, wie sie nur im Meiental vorkommen, sowie ein Projekt zur Sanierung des historischen Sustenwegs.

Mit 50’000 Franken unterstütz der Fonds auch das Projekt von Pro Natura Uri, ausgeführt in Zusammenarbeit mit der Stiftung Umwelteinsatz Schweiz: die Erneuerung der Meientaler Holzzäune. (Bild: Matthias Furger, 16. September 2019)

Mit 50’000 Franken unterstütz der Fonds auch das Projekt von Pro Natura Uri, ausgeführt in Zusammenarbeit mit der Stiftung Umwelteinsatz Schweiz: die Erneuerung der Meientaler Holzzäune. (Bild: Matthias Furger, 16. September 2019)

Bei bestem Wetter und unterstützt durch die Ausführungen lokaler Fachleute, wie Adi Arnold von der Wanderweg- und Bike-Fachstelle, konnten sich die Kommissionsmitglieder im Beisein von Präsidentin und alt Ständerätin Verena Diener sowie des Vizepräsidenten und ehemaligen Nationalrats Hansjörg Hassler von der Wirksamkeit ihrer Arbeit überzeugen.

Weiterführung des Fonds ist beschlossene Sache

Das Ziel des Fonds ist es aber nicht, blosse Finanzhilfe zu leisten, sondern vor allem die Motivation für weitere Investitionen zu schaffen – und das mit Erfolg. «Jeder Fondsfranken löst 3 bis 3,5 Franken an zusätzlichen Investitionen durch Kantone, Gemeinden, die Projektträgerschaften und Dritte aus», schrieb der Bundesrat kürzlich in einer Stellungnahme an das Parlament. Am 22. März 2019 beschlossen die Eidgenössischen Räte die Weiterführung des Fonds nach 2021 um weitere zehn Jahre. Der Kanton Uri und die verschiedenen Projektträgerschaften können also beim Landschaftsschutz weiterhin auf die Unterstützung des FLS hoffen.