Leserbrief

Änderung der Postleitzahl in Bürglen: Sehr unüberlegt und nicht zielführend

Zum Artikel «Bürglen startet Umfrage» vom 6. Januar.

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Der Gemeinderat Bürglen will mit einer Umfrage klären, ob das jetzige Gemeindegebiet, welches die Postleitzahl von Altdorf (6460) hat, neu unter der Postleitzahl von Bürglen (6463) laufen soll. Was oberflächlich als rein formale Sache daherkommt, hat unter Umständen grosse, kurz- und langfristige Auswirkungen auf die betroffenen Betriebe und Haushalte.

Ich habe nur schnell für mich überlegt, wie vielen Kontakten ich die «Adressänderung» (obwohl ich ja nicht umziehe) mitteilen müsste. Es hat sich für mich ergeben, dass ein «administrativ bedingter Umzug» zu einem massiven Aufwand führen würde. Über 50 Institutionen (wahrscheinlich sind es noch mehr) müsste ich, ohne je die Wohnung gewechselt zu haben, mitteilen, dass ich jetzt an einem «neuen» Ort wohne: Zeitungen, Zeitschriften, Banken, Versicherungen, der Krankenkasse, dem Arbeitgeber, Schulen, Sozialversicherungen, Warenhäuser, dem Onlinehandel, Kreditkartenfirmen, Vereinen, der gesamten Bekanntschaft und so weiter. Man bedenke auch den Aufwand von den rund 1000 Personen in der betroffenen Region.

Auch kleine Betriebe, wovon wir sehr viele im betroffenen Gebiet haben, mit einem kleinen Kundenstamm von angenommen 500 Kontakten, hätte nur schon reine Portokosten von rund 400 Franken, um die «Adressänderung» ihren Kunden postalisch mitzuteilen. Nicht miteingerechnet ist der übrige Aufwand einer Logoänderung, der Anpassungen im Auftritt und so weiter.

Mir erschliesst sich die Umfrage des Gemeinderates insofern nicht, da damit nur Aufwand und Kosten, und im Falle einer Änderung der Postleitzahl weitere Unannehmlichkeiten für die betroffene Bevölkerung generiert werden.

Falls es mit dem «Umadressieren» auch eine entsprechende Aufwandentschädigung oder Kostenbeteiligung für die Betroffenen von Seiten der Gemeinde geben würde, dann könnte man vielleicht einmal darüber diskutieren. Aber in der momentan schwierigen Situation fürs Gewerbe und auch für die Privathaushalte empfinde ich dieses Vorgehen des Gemeinderates als sehr unüberlegt und nicht zielführend. Kurz: Es kostet, bringt Aufwand und nützt niemandem!

Dieses Vorhaben des Gemeinderates Bürglen ist daher mit aller Kraft abzulehnen. Trotz allem stimmt es mich in einem gewissen Sinne aber fröhlich, da anscheinend der Bürgler Gemeinderat keine akuteren Probleme zu behandeln hat. Also scheint es uns, trotz allem, sehr gutzugehen in unserer Gemeinde.

Silvan Baumann, Betschartmatte, Altdorf