Leserbrief
Tests an den Urner Schulen

Im Zusammenhang mit dem Lehrplan 21.

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Im Lehrplan 21 der Schulen des Kantons Uri steht geschrieben: «Ausgehend von den Grundrechten, wie sie in der Bundesverfassung…formuliert sind, orientiert sich die Schule an folgenden Werten: Sie wendet sich gegen alle Formen der Diskriminierung. Sie fördert den gegenseitigen Respekt im Zusammenleben mit anderen Menschen…» oder «Die Schule als Ort des sozialen, partizipativen Lernens fördert die Beziehungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler, die Fähigkeit zur Zusammenarbeit…Gegenseitige Wertschätzung, Lebensfreude und Musse stellen wichtige Werte dar.» und «Die Schülerinnen und Schüler werden…in der Entwicklung ihrer individuellen Persönlichkeit ermutigt, begleitet und unterstützt.»

Ich könnte noch mehr solcher Sätze aus dem Lehrplan 21 zitieren. Leider sind diese wichtigen Grundlagen aus meiner Sicht in der aktuellen Situation nur leere Worte. Mit den Massentests, welche keine Infektionen oder Erkrankungen nachweisen können, nicht für Diagnosezwecke entwickelt wurden und nur ca. 30 Prozent Trefferquote haben, leiden vermehrt Kinder darunter, die den Test ablehnen. Es ist traurige Realität, dass diesen Kindern von ihren Klassenkameraden Gewalt angedroht wird und dass sie sogar von Lehrpersonen blossgestellt und beschimpft werden.

Es ist schon mehr als bedenklich, wenn Kinder negative Einträge ins Zeugnis erhalten, wenn sie mal die Maske unter die Nase schieben, um sich ihr Grundrecht auf frische Luft zu holen, und wer nun bei dieser «Test-Freiwilligkeit» nicht mitmacht, wird an den Pranger gestellt. Das kann und darf nicht sein. Bildungsdirektor Beat Jörg schreibt in seinem Brief an die «IG Eltern für SchülerInnen ohne Maske Uri»: «Deswegen haben Schülerinnen und Schüler, die via Arztzeugnis von der Maskentragpflicht befreit sind oder sich nicht testen lassen wollen, dasselbe Anrecht auf Bildung wie alle anderen und dürfen deswegen nicht benachteiligt werden.»

An die Schulleitungen und Eltern, lasst die Kinder gesunde Kinder sein und versucht sie nicht mit Tests krank zu machen, um sie dann daheim einzusperren. Gebraucht wieder euren gesunden Menschenverstand. Und vielleicht ist es mal wieder notwendig, mit den Kindern über den Sinn von Wörtern wie gegenseitige Solidarität, Eigenverantwortung, Meinungsfreiheit und Toleranz zu diskutieren.

Sandra Gisler, Seedorf, «IG Eltern für SchülerInnen ohne Maske Uri»