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Liebhaber besichtigen verborgene Kunst auf der Furka

Zwischen 1983 und 1999 liessen sich ungefähr 60 Kunstschaffende aus dem In- und Ausland vom Furkapass inspirieren. Ein Einblick.
Paul Gwerder
Ein Feuerplatz umgeben von vier glatten Steinquadern – ein Werk des Schweizer Künstlers Max Bill. Bild: Paul Gwerder (Furkapass, 29. Juli 2019)

Ein Feuerplatz umgeben von vier glatten Steinquadern – ein Werk des Schweizer Künstlers Max Bill. Bild: Paul Gwerder (Furkapass, 29. Juli 2019)

In den 1980er bis 1990er-Jahren sind auf der Furka Werke entstanden, die teilweise noch heute besichtigt werden können. Trotz nebligem, nasskaltem und windigem Wetter kamen am Sonntag über 60 Kunstliebhaber auf die Furka, um bei einer Führung die teilweise verborgenen Kunstwerke zu betrachten. Bei der Begrüssung der Gäste, zu denen auch Barbara Zürcher, Direktorin des Hauses für Kunst Uri, und der Urner Kulturdirektor Beat Jörg gehörten, gab Janis Osolin, Leiter des Instituts Furkablick, Einblick in die Geschichte des altehrwürdigen Hotels «Furkablick». Es gehört heute der Alfred-Richtering-Stiftung. Osolin betonte:

«Oberste Priorität hat das Erhalten des Gebäudes, und für mich persönlich hat jeder Gegenstand eine Bedeutung. Deshalb wird nichts fortgeschmissen.»

Das Hotel ist heute geschlossen, denn ein rentabler Betrieb während der ungefähr 100 Tagen im Sommer ist gemäss Osolin «absolut unmöglich». Doch in den Sommermonaten können die Gäste im Restaurant einkehren, dass noch geöffnet ist.

Zahlreiche Werke sind nicht zu übersehen

Beim anschliessenden Rundgang zeigten die Fachleute den faszinierten Besuchern die teils verborgenen Kunstwerke zwischen dem Hotel und der Passhöhe. Schon die von Daniel Buren rot- und grün-weiss gestrichenen Fensterläden am Hotel Furkablick stechen den Reisenden ins Auge. «Kunst ist nicht immer auf den ersten Blick als solche zu erkennen, sondern es reicht schon, wenn die Werke eine gewisse Neugier erwecken», meinte einer der Besucher. In der Dependance, dem früheren Kutschenstall, haben zahlreiche Maler wertvolle Kunstobjekte geschaffen.

Künstlerische Lebendigkeit kaum mehr spürbar

Zwischen 1983 und 1999 liessen sich ungefähr 60 Kunstschaffende aus dem In- und Ausland von diesem rauen Ort inspirieren, setzten Zeichen in die Landschaft und schufen unterschiedlichste Werke. Heute ist von der künstlerischen Lebendigkeit dieser Zeit kaum noch etwas spürbar. Dabei haben international bekannte Kunstschaffende wie Marina Abramovic, James Lee Byars, dann aber auch Mario Merz, Richard Long, Jenny Holzer und Joseph Kosuth auf der Furka gearbeitet. Nicht zu übersehen, ist die Backsteinsäule auf der Passhöhe, die Per Kirkeby, einer der berühmtesten Künstler Skandinaviens, 1986 hingemauert hat. Nicht weit davon findet man einen Feuerplatz, umgeben von vier glatten Steinquadern, die lose zu einem Quadrat gefügt sind: ein Werk von Max Bill, dem Schweizer Architekten und Künstler. Rund 100 Meter tiefer in einer Senke steht ein Stein, auf dessen Oberfläche Ferdinand Hodlers Unterschrift gehauen worden ist. Die Idee dazu stammt vom Schotten Ian Hamilton Finlay. Und dann sind da noch die berühmten Pfeile von Richard Long an der Dependance, welche die verschiedenen Windrichtungen anzeigen.

Das Spannende auf der Furka besteht darin, dass es nirgends einen Hinweis auf die umliegenden Kunstwerke gibt. Für den Zürcher Kulturvermittler Heinz Nigg ist es sehr eindrücklich: «Ich finde hier ein Zentrum für internationale Kunst und dies erst noch an einem absolut einmaligen Ort». Viele der Kunstwerke sind für ihn von aussen unscheinbar, aber mit offenen Augen gibt es immer wieder etwas Neues zu entdecken.

Haus für Kunst Uri hat Neugier wecken können

«Ich freue mich sehr, dass so viele Leute bei diesem miserablen Wetter heute hier sind. Ich glaube, dass wir mit unserer Ausstellung im Haus für Kunst Uri im März die Neugier vieler Menschen geweckt haben. Das war auch eines unserer Ziele», so Barbara Zürcher.

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