«Rüchä Rock»: Winterthurer Rockband will Urnern einheizen

Die fünfköpfige Band Jack Slamer tritt am Open Air in Unterschächen erstmals in Uri auf – und hat auch neue Musik im Gepäck.

Interview: Markus Zwyssig

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Die Band Jack Slamer mit Gitarrist Cyrill Vollenweider (Zweiter von links). Bild: PD

Die Band Jack Slamer mit Gitarrist Cyrill Vollenweider (Zweiter von links). Bild: PD

Die Winterthurer Rockband Jack Slamer ist der Hauptact am Samstag, 20. Juli, am Open Air Rüchä Rock in Unterschächen. Die fünf Musiker rocken ab 21.30 Uhr. Gitarrist Cyrill Vollenweider spricht über die Lieblingsmusik der Band, erklärt, was es mit dem Namen auf sich hat und weshalb die Band in diesem Jahr wenige Konzerte gibt.

Mit «Jack Slamer» spielen Sie Rockmusik der 1970er-Jahre. Können Sie mit der aktuellen Musik nichts anfangen?

Cyrill Vollenweider: Doch, sicher. Wir spielen im Stil der 1970er-Jahre, aber natürlich schon moderner interpretiert. Auch heutzutage gibt es sehr viele gute neue Rockmusik. Mit Mainstream können wir aber nicht viel anfangen. In der Hitparade gibt es kaum Songs, die wir cool finden.

Welche neueren Bands gefallen Ihnen?

Rivals Sons, Black Rebel Motorcycle Club und Band Of Skulls gehören dazu. Wir haben früher auch sehr viel Funk gehört und machen das heute noch ab und zu. Wir sind nicht so festgefahren. Wenn uns ein Stück gefällt, kann das auch Pop oder Hip-Hop sein. Auch wenn das nicht das Genre ist, in dem wir uns bewegen.

Welche Bands aus den 1970er-Jahren haben Sie beeinflusst?

Led Zeppelin haben es uns sehr angetan. Ich lege zu Hause sehr gerne eine LP von ihnen auf. Hoch im Kurs sind aber auch Deep Purple und viele andere alte Rockgrössen.

Nun spielen Sie am «Rüchä Rock». Waren Sie auch schon hier?

Nein, wir haben noch nie im Kanton Uri gespielt. Ich erinnere mich an eine Anreise zu einem Gig. Wir sind dem See entlang gefahren, das war unglaublich schön. Wir finden es eh lässig, an Konzerten und vor allem Open Airs zu spielen, an denen wir noch nie waren. Es ist cool, einmal in Kantonen zu spielen, in den wir selten sind. Vom Festival haben wir schon gehört, aber wir waren noch nie dabei. Wir freuen uns aufs Konzert am «Rüchä Rock».

Die Band spielt dieses Jahr wenige Konzerte. Weshalb ist das so?

Wir haben erst bei einem Festival in diesem Sommer gespielt. Unterschächen wird unser zweites sein. Das letzte halbe Jahr sassen wir mehrheitlich im Bandraum und haben an neuem Material geschrieben. Das war auch klar unsere Absicht. Jetzt freuen wir uns aber wieder extrem, vor Publikum zu spielen. Zudem kann man in der Schweiz nicht ständig unterwegs sein. Dafür ist das Land zu klein. Geplant haben wir aber demnächst eine kleinere Deutschlandtour.

Kommt bald ein neues Album von «Jack Slamer»?

Das dauert noch ein bisschen. Eine neue Veröffentlichung ist immer ein bisschen ein magischer Moment für eine Band. Mit unserem Album 2017 wurden wir «Best Talent» bei SRF und waren viel unterwegs. Extrem cool ist, dass wir unser erstes Album im Frühling weltweit veröffentlichten konnten. In der internationalen Version sind noch zwei neue Songs dabei.

Jack Slamer tönt nach dem Namen eins Sängers. Tatsächlich heisst aber die Band so. Kommt es da oft zu Verwechslungen?

Ja, das ist schon ein paar Mal vorgekommen. Wir machen nun schon seit 12 Jahren Musik. Die ersten fünf Jahre machten wir das für uns und spielten vielleicht zwei Konzerte im Jahr. Wir sind fünf Freunde aus Winterthur und kennen uns schon extrem lange. Wir haben als Teenager begonnen. Heute sind wir alle so knapp 30 Jahre alt. Als wir ein erstes Album aufnahmen, kamen wir auf den Namen Jack Slamer. Das tönt einfach cool. Wir haben uns gar keine Gedanken darüber gemacht, dass die Leute denken könnten, das wäre der Name unseres Sängers.

Wie schwierig ist es bei der heutigen Vielfalt, mit Musik Fuss zu fassen?

Als Rockband ist es nicht so einfach. Es ist nicht mega Mainstream, was wir machen. Wir sind zwar auch im Radio zu hören. Als Rockband muss man mehr Gas geben als eine Band, die Hitparaden-Songs spielt.

Geht es dafür live mit Rockmusik doppelt ab?

Live zu spielen, ist für uns das Allerwichtigste. Im Studio kürzen wir unsere Songs dann und wann ein bisschen ab. Live können wir auch mal ein bisschen «jamen». Das macht am meisten Spass. Auf der Bühne probieren wir immer auch ein bisschen Neues aus. Das wird auch in Unterschächen der Fall sein. Wir spielen übrigens auch ein paar neue Songs. Auch unsere älteren Sachen bringen wir zum Teil ein bisschen anders. So bleibt es auch für uns interessant, wenn wir neue Ideen ausprobieren können.

Tickets für das Festival gibt es unter www.ruchenrock.ch