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Landgericht Uri: LKW-Chauffeur akzeptiert Busse

Einem 54-jährigen im Kanton Obwalden lebenden Mann wurde das Führen eines Fahrzeugs in nicht betriebssicherem beziehungsweise nicht vorschriftsgemässem Zustand vorgeworfen. Er muss eine Busse in der Höhe von 750 Franken bezahlen.
Philipp Zurfluh

Der Vorfall geschah im März 2018: Bei einer Kontrolle im Schwerverkehrszentrum in Erstfeld sind Mängel an drei Reifen beim Sattelmotorfahrzeug des Beschuldigten festgestellt worden. «Die beschuldigte Person hat die Folge ihres Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedacht oder darauf nicht Rücksicht genommen», heisst es im Strafbefehl. Die Urner Staatsanwaltschaft, die sich bei der Verhandlung am Dienstag entschuldigen liess, forderte eine Busse von 750 Franken. Der LKW-Chauffeur, der ohne Verteidiger vor Gericht erschien, hat gegen den Strafbefehl Einsprache eingereicht.

Beschuldigter: «Busse ist überrissen»

Vor den Schranken des Landgerichts erklärte der Mann, dass ihm bei der Kontrolle sofort aufgefallen sei, dass die Lauffläche des einen Pneus beschädigt war. «Das habe ich damals bemerkt und bestreite dies auch nicht.»

Der Beschuldigte musste damals an Ort und Stelle alle drei Pneus wechseln. «Mit zwei der drei Reifen hätte man noch weiterfahren können», äusserte er sich zum Sachverhalt. Er mache jeden Tag vor jeder Fahrt eine Rundumkontrolle. Der Beschuldigte sagte, dass er froh gewesen sei, dass man ihn bei der Kontrolle auf die Mängel hingewiesen habe. «Die Busse ist aber überrissen.» Sichtlich genervt, meinte er: «Ich kann nicht begreifen, dass auf uns Chauffeuren ständig rumgehackt wird, das ist ein absoluter Wahnsinn.»

Schon deutlich höhere Bussen ausgesprochen

Landgerichtsvizepräsident Heinz Gisler – für den es die letzte Verhandlung war, weil er nächste Woche in Pension geht – machte den Beschuldigten darauf aufmerksam, dass für ähnliche Vergehen schon deutliche höhere Bussen ausgesprochen worden seien. Der 54-Jährige, der seit 25 Jahren als LKW-Chauffeur unterwegs ist, hielt in seinem Schlusswort nochmals fest, dass er nicht losgefahren wäre, wenn er Mängel am Fahrzeug festgestellt hätte. «Ich weiss, dass ich als LKW-Fahrer im Strassenverkehr eine grosse Verantwortung trage und würde nie ein Risiko eingehen.» Der Beschuldigte zog vor dem Landgericht schliesslich die Einsprache gegen den Strafbefehl zurück und akzeptierte die Busse.

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