Luftqualität im Urner Reusstal ist ungenügend

Die Luftqualität im Urner Reusstal wurde zwischen 2008 und 2010 anhand von Baumflechten erfasst. Das Ergebnis dieser Untersuchungen ist wenig erfreulich ausgefallen: In grossen Teilen des Urner Reusstals ist die Luftqualität ungenügend.

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Blick ins Urner Reusstal mit der Autobahn A2, die für die schlechte Luftqualität mitverantwortlich ist. (Bild: Archiv Neue UZ)

Blick ins Urner Reusstal mit der Autobahn A2, die für die schlechte Luftqualität mitverantwortlich ist. (Bild: Archiv Neue UZ)

Das Auszahlen von Baumflechten gibt Aufschluss über die Luftqualität. (Bild: PD)

Das Auszahlen von Baumflechten gibt Aufschluss über die Luftqualität. (Bild: PD)

Baumflechten reagieren äusserst empfindlich auf Luftschadstoffe. Das macht sie zu verlässlichen Anzeigern der Luftqualität. Zwischen 2008 und 2010 wurden im Urner Reusstal das Vorkommen und die Häufigkeit einzelner Flechtenarten erfasst und in einer sogenannten Luftgütekarte dargestellt. Diese gibt ein Gesamtbild der Luftbelastung, wie die Umweltdirektion des Kantons Uri am Mittwoch mitteilte.

Hohe Belastung entlang der Autobahn

Das Ergebnis der Untersuchungen im Urner Reusstal ist wenig erfreulich ausgefallen. Der Grossteil des Unteren Reusstals und die Gebiete entlang der A2 im oberen Reusstal weisen eine kritische bis starke Belastung der Luft mit Schadstoffen auf. Betrachtet man die Bevölkerungsdichte in diesen Gebieten, so zeigt sich, dass ca. 45 Prozent der Urner Bevölkerung mehr oder weniger dauernd dieser übermässigen Luftbelastung ausgesetzt ist. Die höchsten Luftbelastungen treten im Zentrum von Altdorf und im Industriegebiet von Schattdorf auf.

Neben diesen beiden lokalen Schwerpunkten bildet die Autobahn A2 die Hauptquelle für Luftschadstoffe im Kanton Uri. Der Verkehr auf der A2 trägt wesentlich zur Luftbelastung im ganzen Talboden bei.

Schadstoffe beeinträchtigen die Gesundheit

Zu hohe Belastungen der Luft schaden der Gesundheit. Können die gesetzlich vorgegebenen Schadstoffgrenzwerte langfristig nicht eingehalten werden, muss beispielsweise gehäuft mit Husten, Atemnot, chronischer Bronchitis und Asthma gerechnet werden. Besonders gefährdet sind Kinder, ältere Menschen und bereits durch eine Erkrankung geschwächte Personen.

Massnahmen gegen die Luftverschmutzung

Der Bund als Betreiber der Autobahnen hat Massnahmen eingeleitet, die sich positiv auf die Luftqualität auswirken werden. Die wichtigste Massnahme für den Kanton Uri ist der Bau des Gotthard-Basistunnels.

Auch der Kanton arbeitet aktiv an der Verbesserung der Luftqualität. Mit dem Massnahmenplan Luftreinhaltung setzt er unter anderem in den Bereichen Heizungen, Feuer im Freien, Abgase von Fahrzeugen und Baumaschinen sowie Landwirtschaft klare Vorgaben zur Reduktion des Schadstoffausstosses um. Eine spürbare Entlastung wird zum Beispiel erreicht, wenn der Durchgangsverkehr nicht mehr durch enge Dorfzentren geleitet wird. Gleichzeitig soll der öffentliche Verkehr ausgebaut und verbessert werden.

pd/zim