LUZERN: «Stolz» und «beeindruckt»: So äussern sich die ersten Gotthard-Tunnelpassagiere

Die ersten Passagiere im Gotthard-Basistunnel äusserten sich nach der Durchfahrt beeindruckt. Sie priesen unter anderem die Ingenieursleistung. Einigen äusserten sich auch überrascht, wie kurz die Fahrt zwischen dem Tessin und der Deutschschweiz dauerte.

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Rund 350 Bahnfahrer trafen am Nachmittag von Bellinzona beim Verkehrshaus in Luzern ein. Sie zählten zu jenen rund 1000 Passagieren, die offiziell in einem von zwei Zügen als erste durch den neuen Gotthard-Basistunnel fahren durften. Sie waren aus rund 160'000 interessierten Bewerbern ausgelost worden.

«Ich bin beeindruckt, wie rasch wir jetzt mit der Bahn aus der Innerschweiz mitten im Tessin und wieder zurück sind», sagte etwa Christoph Kraft aus Ibach. Er reiste mit seiner 15-jährigen Tochter Malin, die beim Baustart des Tunnels noch gar nicht auf der Welt war. «Bald können wir zusammen Shopping-Ausflüge nach Bellinzona unternehmen.»

Zahlreiche Passagiere äusserten auch Stolz über das Bauwerk. «Solche Ingenieursbauten sind weltweit einmalig. Dass sie in der Schweiz möglich sind, davor habe ich grossen Respekt», sagte der pensionierte Techniker Giorgio Barchiesi aus Lugano. Er habe sich aus reiner Neugier um ein Ticket beworben. «Bisher hatte ich noch nie Losglück.»

Zahlreiche weitere Passagiere betonten, sie wollten es sich nicht nehmen lassen, bei dem Jahrhundertereignis dabei zu sein. «Der Basistunnel ist strategisch wichtig für die Schweiz», sagte die Umweltwissenschaftsstudentin Kate Degonda aus Zürich. «Schon der Bau des ersten Tunnels war historisch bedeutsam. Der Gedanke, bei der Eröffnung des Basistunnels dabei sein zu können, hat mich fasziniert.»

Besonderes Gefühl bei Lokführer

Ein ganz besonderer Tag war es für Urs Kobler. Er fuhr als Lokführer den ersten Eröffnungszug von Erstfeld nach Pollegio mit zahlreichen Staatsgästen durch den neuen Basistunnel. Kobler sprach von einem besonderen Gefühl, wenn man wisse, wer da hinten im Zug sitze. Die Fahrt sei wie geplant verlaufen. Damit die Gäste auch etwas vom Tunnel sehen konnten, sei er nur 140 Stundenkilometer gefahren.

Für die geladenen Gäste in Pollegio tischte die Küche Tessiner Spezialitäten auf. So standen Kartoffel-Gnocchi und Polenta auf dem Menü. Dazu gab es Tessiner Bratgemüse und ein Steinpilzrisotto mit gebratenen Luganighetta-Stückchen. Gäste und Staatschefs hätten die gleichen Speisen bekommen, sagte die Küchenleitung auf Anfrage.

sda