LUZERNER VOR DEM LANDGERICHT: Im Altersheim klaute er Geld für Drogen

Ein junger Luzerner könnte eigentlich von seiner IV-Rente leben. Um aber seine Drogensucht zu finanzieren, hat er über 70 Diebstähle begangen.

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(Symbolbild Keystone)

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«Ich habe eine Dummheit gemacht», sagte der 23-jährige Luzerner gestern vor dem Landgericht Uri. Er sei mit den falschen Leuten zusammen gewesen. Damit soll jetzt aber Schluss sein: «Ich möchte wegkommen von dem Zeug.» Mit dem Zeug meint er Drogen, harte Drogen. Kokain sei im Vordergrund gestanden. Manchmal war es auch Heroin.

370'000 Franken erbeutet und in Drogen umgesetzt
Der junge Mann lebt von einer IV-Rente. Doch das reichte bei weitem nicht, um die Drogen zu finanzieren. Mehr als 70-mal hat der Angeklagte in einem Zeitraum von rund drei Jahren Einschleichdiebstähle begangen vornehmlich in Altersheime und Hotels, aber auch in verschiedene Büros. Dabei hat er insgesamt rund 370'000 Franken erbeutet.

Alles begann im Kanton Uri. In einem Altersheim klaute er bei einem Einschleichdiebstahl 340 Franken. Daher fand die Gerichtsverhandlung gestern in Altdorf statt. Die weiteren Delikte hat er allein oder zusammen mit verschiedenen anderen Tätern in den Kantonen Luzern und Zug begangen. Psychiatrische Gutachter attestieren dem Angeklagten, der die Werk- und Sonderschule besucht hat, einen IQ zwischen 57 und 63.

Eine neue Chance für die Therapie
Der Staatsanwalt legt dem Angeklagten Tätlichkeiten, gewerbsmässigen Diebstahl und mehrfache Sachbeschädigung zur Last. Dafür beantragt er eine Freiheitsstrafe von 26 Monaten.

Der Verteidiger schloss sich den Ausführungen des Staatsanwalts an. Es bringe wenig, sich um die Dauer der Strafe zu streiten. Im Vordergrund stehe vielmehr eine stationäre Massnahme. Der Angeklagte verdiene nach einer abgebrochenen ersten Therapie noch einmal eine Chance.

Markus Zwyssig

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Urner Zeitung.