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LUZERN/URI: Er trainiert die Elite der Blasmusik

Manuel Imhof dirigiert die Nationale Jugend-Brass-Band, quasi die Juniorennationalmannschaft der Brassband-Szene. In ­Zürich misst er sich mit Formationen aus der ganzen Welt. Die Konkurrenz übt dafür Monate, seine Band muss es in einer Woche schaffen.
Christian Hodel
Manuel Imhof darf die Nationale Jugend-Brass-Band dirigieren. (Bild: Nadia Schärli (Inwil, 29. Juni 2017))

Manuel Imhof darf die Nationale Jugend-Brass-Band dirigieren. (Bild: Nadia Schärli (Inwil, 29. Juni 2017))

Christian Hodel

christian.hodel@luzernerzeitung.ch

Die Uhr tickt. Gestern startete der Countdown. Eine Woche lang, während des Sommerlagers der Nationalen Jugend-Brass-Band (NJBB), hat Dirigent Manuel Imhof (32) nun Zeit, die Elite der Schweizer Blechbläser auf ihre Auftritte vorzubereiten. Bereits nach vier Tagen Proben – geübt wird täglich beinahe pausenlos zwischen 8.30 Uhr bis 21.30 Uhr – steht in Huttwil der erste Auftritt an. Am Donnerstag wird die Formation des in Root lebenden Dirigenten, Musiklehrers, Musikschulleiters und Posaunisten ihr einziges Konzert in der Zentralschweiz geben – um 20 Uhr in Hildisrieden (siehe Hinweis).

«Wir haben ein gedrängtes Programm», sagt Imhof, der im urnerischen Seedorf geboren wurde und derzeit die Brass-Band Harmonie Neuenkirch und deren Nachwuchsformation dirigiert. Gut 13 Kompositionen wird er mit den jungen Musikanten einstudieren. Zwei Werke sind besonders tückisch: das Selbst- und das Aufgabenstück für das Welt-Jugendmusik-Festival Zürich vom kommenden Freitag. Über 80 Formationen aus der ganzen Welt nehmen in verschiedenen Stärkeklassen teil – nur alle paar Jahre findet der Anlass statt. «Die meisten Bands üben mehrere Monate für einen solchen Auftritt. Wir haben nur wenige Tage Zeit dafür», sagt Imhof. Diese Herausforderung sporne ihn an. Und auch für einige seiner Musikanten wird der musikalische Vortrag in Zürich zu einer ganz speziellen Aufgabe werden: Sie sind sich quasi selbst Konkurrenten, weil sie gleich in mehreren Formationen mitspielen – etwa bei der Nationalen Jugend-Brass-Band und den BML Talents aus dem Kanton Luzern.

Ein Gastsolist mit Weltklasseformat

Über 80 Blechbläser aus der ganzen Schweiz – darunter gut ein Dutzend aus Luzern – nehmen am diesjährigen Sommerkurs der Nationalen Jugend-Brass-Band teil. Gespielt wird in einer A- und einer B-Formation. Für die Leitung Letzterer wurde Manuel Imhof verpflichtet. «Es ist eine grosse Ehre, die jungen Topmusikanten der Schweiz zu dirigieren», sagt er. Das Niveau sei extrem hoch. Wer mitmachen will, muss eine Aufnahmeprüfung bestehen – zum Beispiel Tonleitern und ein Aufgaben- und Selbstwahlstück einer Jury vorspielen. «Ich habe es als junger Posaunist auch mal versucht und schaffte es nicht in eine der Bands», sagt Imhof und lächelt. Das sei allerdings schon lange her. Heute ist er Musikschulleiter in Inwil und Hildisrieden. Er hat sich unter anderem einen Masterabschluss in Musikpädagogik mit Auszeichnung erspielt. Er studierte Blasmusik­direktion und besuchte zudem zahlreiche Meisterkurse im In- und Ausland, wo er sich auch mit David Thornton anfreundete. Der Brite gilt als einer der besten Eufonisten seiner Generation und tritt dieses Jahr bei der Nationalen Jugend-Brass-Band als Gastsolist auf. Nervös wegen des grossen Namens in seinen Reihen sei er aber nicht, so Imhof. «Wir haben gegenseitigen Respekt voreinander. Das braucht es, um gemeinsam zu musizieren.» Etwas angespannt sei er aber schon. Zwar nicht wegen des Weltstars aus der Brassband-Szene, sondern wegen seiner neuen Bandkonstellation. «Viele Musiker kenne ich noch nicht. Ich weiss nicht, wie sie reagieren, wie sie sich vorbereitet haben und zusammen harmonieren.» Die nächsten paar Tage hat der Dirigent nun Zeit, das herauszufinden und die besten Blech­bläser der Schweiz auf die Konzerte und das Welt-Jugendmusik-Festival in Zürich vorzubereiten.

Hinweis

Die Nationale Jugend-Brass-Band (B-Band) spielt am Donnerstag, 6. Juli, um 20 Uhr im «InPuls» in Hildisrieden. Eintritt: 15 Franken (bis 16 Jahre gratis).

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