Marien-Grotte in Wassen erstrahlt jetzt in neuem Glanz

Die Marien-Grotte im Gebiet Schanz ist instand gestellt worden. Allerdings musste die alte Statue ersetzt werden.

Urs Hanhart
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Die alte Marien-Statue ist durch diese neue ersetzt worden.

Die alte Marien-Statue ist durch diese neue ersetzt worden.

Bild: Urs Hanhart
(Wassen, 20. August 2020)

Oberhalb von Wassen, in der Nähe des alten Wegs auf den Sustenpass, gibt es seit bald 100 Jahren einen idyllisch gelegenen Ort, der täglich Gläubige anlockt, die dort beten, eine Kerze anzünden oder ganz einfach einige Zeit verweilen. Es handelt sich um die Marien-Grotte, die einige hundert Meter oberhalb des Ferienlagers Schanz liegt.

Dieser besinnliche Anziehungspunkt ist in den letzten Monaten aufwendig instand gesetzt worden, und zwar unter der Federführung der im Oktober 2019 aus der Taufe gehobenen Interessengemeinschaft (IG) Marien-Grotte Schanz, die vom Wassner Gemeindeschreiber Iwan Stampfli-Püntener präsidiert wird. Er betonte am Donnerstag im Rahmen einer Begehung für Medienvertreter: «Das Ziel der IG besteht darin, den Fortbestand der Grotte zu sichern. Momentan haben wir 55 Mitglieder. Mit dabei sind nicht nur Wassner und Urner, sondern auch mehrere Auswärtige, denen die Grotte am Herzen liegt.»

Die alte Madonna war nicht mehr zu retten

«Bei einer im letzten Winter vorgenommenen Untersuchung der bisherigen Marien-Statue zeigte sich, dass diese morsch ist und nur mit sehr grossem Aufwand hätte restauriert werden können», erklärte Stampfli, und fügte an: «Sie wurde deshalb durch eine Marien-Statue aus dem Inventar der Kirchgemeinde Wassen ersetzt.» Es handle sich um ein Geschenk an die Interessengemeinschaft. Gelagert sei die Marien-Statue im Estrich der Wassner Kirche worden. Genau gleich wie die alte Madonna besteht auch deren Nachfolgerin aus Holz. Bevor die neue, 1,30 Meter hohe Statue an ihren neuen Standort kam, wurde sie von Martin Furrer restauriert. Die Kosten beliefen sich auf 1300 Franken. Zu den Kosten für die gesamte Instandsetzung und Neugestaltung konnte Stampfli noch keine Aussage treffen, weil die Abrechnung noch nicht vorliege. Das Projekt wurde von Sponsoren und Spendern unterstützt.

Das Auswechseln der alten Statue, die wahrscheinlich fast ein Jahrhundert lang die Grotte zierte, war aber längst noch nicht alles. Dazu sagte Stampfli: «In den letzten Monaten wurde der Weg zur Marien-Grotte mit einem Zaun gesichert und die Umgebung der Grotte instand gestellt und neu gestaltet. Ein Grossteil der Arbeiten wurde vom Verein Sprungbrett ausgeführt. Darüber hinaus standen IG-Mitglieder als Frondienstler im Einsatz. Alle Beteiligten haben ganz tolle Arbeit geleistet.»

Die Sprungbrett-Mitarbeiter haben unter anderem eine sehr massive neue Sitzbank installiert und zudem ein kirchenartiges Steingebilde gebaut, in dem die Kerzen- und Inventarstation untergebracht ist. Integriert ist auch ein Abfallkübel und eine Spendenkassette. «Wir haben rund zwei Monate lang sporadisch immer wieder hier gearbeitet. Vom Sprungbrett waren rund zehn Personen beteiligt», verriet Dave Knecht, Geschäftsführer des Vereins Sprungbrett, anlässlich der Begehung.

Nächstes Jahr feiert die Grotte ihr 100-jähriges Bestehen

Das Gebiet Schanz hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Bereits in der Franzosenzeit, Ende des 18. Jahrhunderts, soll es dort zu Gefechten gekommen sein. Im Ersten Weltkrieg wurde dort eine Festung gebaut, deren Überreste heute noch zu sehen sind. Später wurde dann auf der Schanz lange Steinabbau betrieben. Die Geschichte der Marien-Grotte ist eng verknüpft mit dem Steinbruch Antonini verbunden. Gemäss «Die Kunstdenkmäler des Kantons Uri» wurde die Grotte 1921 eingeweiht. Im nächsten Jahr kann also deren 100-jähriges Bestehen gefeiert werden. Bis in die 1980er-Jahre schauten die jeweiligen Eigentümer der Schanz zur Marien-Grotte. Seither kümmerten sich Personen aus dem Dorf um den Unterhalt. Vor einem knappen Jahr hat nun die erwähnte IG diese Aufgabe übernommen.

Hinweis: Die Einweihungsfeier der Grotte mit Apéro für die Bevölkerung von Wassen und Meien findet am Sonntag, 30. August, um 14 Uhr, statt. Für die Teilnahme an der Feier ist keine Anmeldung erforderlich. Voranmelden bis zum 27. August muss man sich aber für den organisierten Personentransport (Telefon 041 885 11 35 oder iwan.stampfli@wassen.ch).