Marion Sauter inventarisiert Kunstdenkmäler

Im Kanton Uri werden seit über 30 Jahren Kunstdenkmäler inventarisiert und in ausführlichen Nachschlagewerken veröffentlicht. Nun ist der vierte und letzte Band an der Reihe.

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Marion Sauter. (Bild pd)

Marion Sauter. (Bild pd)

Das Langzeit-Forschungsprojekt ist in die Arbeit der Ge-sellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte in Bern eingebunden, die seit 1927 dieses ambitionierte Kompendium für die gesamte Schweiz vorantreibt. Ausgehend von der Siedlungsentwicklung und der Architektur werden hierbei auch alle zugehörigen Kunstwerke, etwa Kirchenschätze, Gemälde oder herausragendes bäuerliches Kunsthandwerk und Möbel aufgenommen und für die Nachwelt dokumentiert. Erwähnung finden auch die vereinzelten prähistorischen Funde im Kanton. Der Schwerpunkt liegt in der Entwicklung der (Bau-)Kunst vom frühen Mittelalter bis 1920.

Nachdem Anfang Oktober der 3. Band des Urner Kunstdenkmälerinventars (Oberes Reusstal und Ursern) von Thomas Brunner in Andermatt der Öffentlichkeit vorgestellt werden konnte, haben jetzt die Arbeiten zum 4. und letzten Band begonnen. Für die Inventarisation konnte die Justizdirektion unter der Leitung von Regierungsrätin Heidi Zgraggen Marion Sauter gewinnen. Frau Sauter, ausgewiesene Expertin für barocken Sakralbau, lehrt seit einigen Jahren Architektur- und Stadtbaugeschichte an der Hochschule Luzern und bringt somit beste Vorraussetzungen für das auf sieben Jahre angesetzte Projekt in Uri mit, wie es in einer Medienmitteilung heisst.

Sechs Gemeinden
Ihr Band umfasst die Gemeinden Schattdorf, Attinghausen und Erstfeld, sowie Bürglen, Spiringen und Unterschächen und vereint somit äusserst geschichtsträchtige Orte. Neben Kirchen werden Burg- und Wehrturmreste untersucht, historische Bauernhäuser ebenso wie Pionier-leistungen der Gotthardbahn. Ein besonders Augenmerk wird im letzten Band auf die Sied-lungsentwicklung im hochalpinen Bereich gelegt werden: Hier finden sich bis heute zahlreiche, bisher meist unbeachtete Reste der Alpwirtschaft der vergangenen Jahrhunderte.

Die Inventarisation wird sich jeder Gemeinde jeweils ein Jahr widmen. Aktuell wird die Gemeinde Schattdorf bearbeitet. Es ist erwünscht, dass lokale Gewährsleute die Forschungsarbeit von Marion Sauter mit Hinweisen unterstützen und dadurch zum Erfolg dieses Projekts beitragen.

scd