Matthias Steinegger zieht seine Nationalratskandidatur zurück

Die Geschäftsleitung der FDP Uri verzichtet auf eine neue Kandidatur aus den eigenen Reihen. Sie empfiehlt, Simon Stadler oder Pascal Blöchlinger zu wählen.

Bruno Arnold
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FDP-Landrat Matthias Steinegger. (Bild: PD)

FDP-Landrat Matthias Steinegger. (Bild: PD)

Der 42-jährige Flüeler FDP-Politiker Matthias Steinegger liegt nach einem Schlaganfall seit dem vergangenen Freitag in einer ausserkantonalen Spezialklinik. «Es geht ihm den Umständen entsprechend gut. Er darf auf eine vollständige Genesung hoffen», heisst es in einer Medienmitteilung der Geschäftsleitung der FDP Uri. «Matthias Steinegger hat sich aber aufgrund der aktuellen gesundheitlichen Probleme entschieden, seine Kandidatur für den einzigen Urner Sitz im Nationalrat offiziell zurückzuziehen.»

«Die FDP Uri versteht und respektiert den Entscheid ihres ehemaligen Präsidenten, gerade auch im Wissen, dass die Gesundheit für jeden Menschen das höchste Gut darstellt», schreibt Ruedi Cathry, der Präsident der FDP Uri, in der Mitteilung. «Im Leben gibt es immer wieder Situationen, in denen man die Prioritäten von einem Moment auf den andern neu setzen muss.»

Gleichzeitig bedaure die FDP Uri aber auch, dass mit dem ehemaligen FDP-Uri-Präsidenten ein Kandidat aus dem Rennen steigen müsse, der «aktiv, engagiert und mit guten Wahlchancen» unterwegs gewesen sei. Steinegger bedanke sich bei allen, die ihn in den vergangenen Wochen und Tagen bei seiner Kandidatur unterstützt hätten.

FDP Uri verzichtet auf neue Kandidatur

An einer ausserordentlichen Sitzung hat die Geschäftsleitung der FDP Uri am Sonntagabend verschiedene Strategien diskutiert. Cathry betont:

«Gerne hätte die FDP Uri weiterhin einen eigenen Kandidaten gestellt. Aber dafür reicht die Zeit bis zum Wahlgang vom 20. Oktober schlicht und einfach nicht aus.»

Auch wenn die FDP Uri mehrere valable Kandidaten in den eigenen Reihen habe, gelte es zu berücksichtigen, dass man einen Entscheid für eine Nationalratskandidatur nicht von heute auf morgen treffe. «Der Wahlkampf befindet sich bereits in der Schlussphase, die briefliche Stimmabgabe läuft an. Kommt hinzu, dass die FDP Uri eine entsprechende Nomination statutengemäss an einem ausserordentlichen Parteitag vornehmen müsste und die Einberufung eines solchen aufgrund des Zeitdrucks völlig unrealistisch wäre», so die FDP-Geschäftsleitung.

Auch die offizielle Unterstützung eines Kandidaten einer anderen Partei müsste an einem ausserordentlichen Parteitag abgesegnet werden. Die Geschäftsleitung der FDP Uri hat angesichts der Unmöglichkeit dieses Vorgehens entschieden, dem Stimmvolk zu empfehlen, einen der beiden bürgerlichen Kandidaten, Pascal Blöchlinger (SVP, Altdorf) oder Simon Stadler (CVP, Altdorf), zu wählen.

Anlass in Andermatt wird abgesagt

Im Weiteren hat die FDP Uri beschlossen, den Politanlass vom Dienstagabend, 24. September, 20 Uhr, im Hotel Alte Post in Wassen trotz des Rückzugs der Kandidatur von Matthias Steinegger durchzuführen. Hingegen wird der mit Matthias Steinegger – und ohne Josef Dittli – geplante Tour-d’-Uri-Anlass der FDP Uri vom 1. Oktober in Andermatt definitiv abgesagt. Parteipräsident Ruedi Cathry wird in Wassen die von der Geschäftsleitung getroffenen Entscheide im Detail begründen. Danach wird FDP-Ständeratskandidat Josef Dittli über seine bisher gesammelten Erfahrungen in Bern berichten, die Beweggründe für seine erneute Kandidatur darlegen und sich den Fragen von Moderator Bruno Arnold, Redaktor der «Urner Zeitung», stellen. Im Anschluss an den moderierten Teil des Gesprächsabends haben die Besucher die Möglichkeit, persönliche Anliegen kundzutun, Fragen zu stellen und mit Josef Dittli ins Gespräch zu kommen.

Die FDP Uri weist darauf hin, dass der Versand des FDP Wahlkuverts mit der Werbung für Matthias Steinegger bereits erfolgt ist und sich mit dem Rückzug der Kandidatur überschnitten hat. «An dieser Stelle scheint es uns sehr wichtig, Matthias Steinegger und seiner Familie für die Bereitschaft zu dieser Kandidatur und für sein Engagement zu Gunsten unserer Partei bestens zu danken. Wir wünschen ihm an dieser Stelle nochmals alles Gute und viel Kraft in dieser schwierigen Zeit», so die Geschäftsleitung der FDP Uri.