MATURAARBEIT: Auch an der Mittelschule Uri wird gemobbt

Am Kollegi werden mehr Knaben gemobbt als Mädchen. Und: Schüler mobben mehr als Schülerinnen. Das sind zwei wichtige Erkenntnisse von Elena Dittli.

Bruno Arnold
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Immer mehr Leute geraten durch Cybermobbing in Situationen, in denen sie keinen Ausweg mehr sehen. (Bild Getty)

Immer mehr Leute geraten durch Cybermobbing in Situationen, in denen sie keinen Ausweg mehr sehen. (Bild Getty)

Die 17-jährige Attinghauserin Elena Dittli hat in ihrer Maturarbeit das Cybermobbing an der Kantonalen Mittelschule Uri (Kollegi) untersucht. Sie hat dazu die 12-bis 19-jährigen Schüler der 1. bis 6. Klasse der Kantonalen Mittelschule Uri schriftlich und anonym zum Thema Cybermobbing auf Facebook und WhatsApp befragt. Bei einer Rücklaufquote von 90 Prozent konnte Elena Dittli 359 von 385 Fragebogen auswerten. Ihr Fazit: «Das Kollegi hat im Vergleich mit andern Studien zwar durchschnittlich eine tiefe Rate von Cybermobbing, trotzdem sollte diesem Phänomen mehr Beachtung geschenkt werden.»

Schüler mobben Schüler

Die Haupterkenntnisse der Arbeit der Urner Maturandin Kürze:

  • An der Kantonalen Mittelschule Uri sind 16- bis 19-Jährige häufiger von Cybermobbing betroffen als die 12-bis 15-Jährigen.
  • 16 Prozent der weiblichen Befragten haben angegeben, schon mindestens einmal Opfer von Cybermobbing auf Facebook oder WhatsApp gewesen zu sein. Bei den männlichen Teilnehmenden waren es 20 Prozent.
  • Falls sie selber von Cybermobbing betroffen wären, würden sich 71 Prozent der Befragten zuerst an Freunde, 55 Prozent an die Eltern und 22 Prozent an die Geschwister wenden. Nur 4 Prozent würden die Polizei und nur 1 Prozent eine Beratungsstelle kontaktieren.
  • Von insgesamt 61Prozent der Befragten wurde schon mindestens einmal ein Foto ohne Zustimmung im Internet veröffentlicht, von 26 Prozent zwischen zwei- und fünfmal und von 11 Prozent bereits mehr als zehnmal.