Zum Gedenken

Mäzen Max Dätwyler ist im 92. Altersjahr gestorben

Zusammen mit seinem Bruder Peter hat Max Dätwyler die «Guumi» zum Konzern von Weltformat gemacht und mit einer einzigartigen Nachfolgeregelung gleichzeitig dafür gesorgt, dass dieser dem Kanton Uri erhalten blieb. Nun ist der Unternehmer und Mäzen verstorben.

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(MZ) Max Dätwyler ist am Sonntag im 92. Altersjahr verstorben, wie das Unternehmen Dätwyler und die Dätwyler-Stiftung am Dienstag in einer Medienmitteilung bekannt geben.

Max Dätwyler kam am 29. Januar 1929 als zweites von drei Kindern von Adolf und Selina Dätwyler-Gamma in Altdorf zur Welt. 1961 – drei Jahre nach dem Tod seines Vaters, der die Firma 1915 gegründet hatte – trat der frisch ausgebildete Chemiker und Ökonom ins Familienunternehmen ein und führte die Dätwyler-Tochterfirma Firestone in Pratteln BL bis zu deren Verkauf 1973.

Max Dätwyler war ein grosser Kulturförderer.

Max Dätwyler war ein grosser Kulturförderer.

Bild: PD

Erst mit 50 Jahren kehrte Max Dätwyler definitiv in den Kanton Uri zurück und leitete fortan zusammen mit seinem Bruder Peter als Delegierter des Verwaltungsrats die Geschicke der Dätwyler Holding. Unter ihrer Führung entwickelte sich Dätwyler vom Urner Kabel- und Gummiproduzenten zum international tätigen Mischkonzern mit verschiedenen Produktionsstandorten im Ausland. 1986 öffneten sie das Unternehmen dem Publikum, behielten aber die Aktienmehrheit.

Über eine schweizweit einzigartige Nachfolgeregelung sicherten die Dätwyler-Brüder bei ihrem Ausscheiden aus der operativen Führung 1990 nicht nur die Eigenständigkeit des Unternehmens, sondern soweit als wirtschaftlich verantwortbar auch den Erhalt der Arbeitsplätze im Kanton Uri. Mit der Dätwyler Stiftung schufen sie ausserdem eine Institution, die aus dem kulturellen und gesellschaftlichen Leben Uris nicht mehr wegzudenken ist.

Der grosse Kultur-Mäzen wurde zum Urner Ehrenbürger

Max Dätwyler, der nicht nur viel unternehmerisches Geschick bewies, sondern auch eine ausgesprochen musische Ader hatte, engagierte sich im Kanton Uri vor allem nach seinem Rückzug aus der Firma für zahlreichen kulturelle Projekte. Seiner Initiative sind unter anderem das Haus der Musik, das Haus für Kunst Uri und der Danioth-Pavillon zu verdanken. Für dieses Engagement wurde ihm 2002 das Ehrenbürgerrecht des Kantons Uri verliehen. 2008 erhielt er die Altdorfer Ehrenmedaille und im Dezember 2012 den «Goldenen Uristier» für seine «grossen kulturellen Verdienste».

Max Dätwyler war ein passionierter Segler.

Max Dätwyler war ein passionierter Segler.

Bild: PD