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Kommentar

Mehr Respekt und Anstand bitte!

Philipp Zurfluh, Redaktor der Urner Zeitung, zur schwierigen Rolle der Fussballschiedsrichter, die immer wieder Beschimpfungen ausgesetzt sind. Es braucht grössere Wertschätzung.
Philipp Zurfluh
Philipp Zurfluh, Redaktor Urner Zeitung. (Bild: PD)

Philipp Zurfluh, Redaktor Urner Zeitung. (Bild: PD)

Ohne sie könnte kein Fussballmatch stattfinden – die Schiedsrichter. Wochenende für Wochenende ermöglichen sie es uns Fussballern, unserem leidenschaftlichen Hobby nachzugehen. Sie opfern viel Freizeit für wenig Ertrag. Dankbarkeit wird ihnen zu selten entgegengebracht. Dafür ernten sie oft Unverständnis, Wut und Beschimpfungen. Was teilweise auf Fussballplätzen abgeht – nicht der Regelfall – ist beschämend.

Erst gerade kürzlich bin ich per Zufall bei einem ausserkantonalen Juniorenspiel Zeuge davon geworden, wie nach einem umstrittenen Schiedsrichterentscheid die Emotionen sofort in die Höhe schnellten. Spieler, Trainer und Zuschauer mischten sich ein, jeder fühlte sich im Recht. Der junge Schiedsrichter musste schlichten. Ihm drohte die Spielleitung zu entgleiten. Erstaunlich ist: Bei den Junioren handelte es sich um Jugendliche zwischen 14 und 16 Jahren, wovon einige jeglichen Anstand vor dem Schiedsrichter vermissen liessen.

Eine solche Szene stimmt nachdenklich. Ich war selbst wenige Jahre als Schiedsrichter auf Junioren-Ebene im Einsatz und leitete auch einige Spiele von Aktiv-Mannschaften. Es ist eine grosse Herausforderung, sich als junger Erwachsener zu behaupten und Autorität auszustrahlen. Vor allem dann, wenn man als Jüngster von allen auf dem Platz steht. Da fühlt man sich nicht selten als «Blitzableiter» für negative Emotionen, die sich bei Spielern aufgestaut haben.

Mich überraschte kürzlich nicht, als ich in einer Zeitung die Meldung las, dass die Amateur-Schiedsrichter Mitte September in der Amateur-Liga im Kanton Genf ein Wochenende lang streikten. 200 Partien wurden abgesagt. Der Grund für die drastische Massnahme: Drei Spieler schlagen einen Hobby-Schiedsrichter in einem 5.-Liga-Spiel bewusstlos. Er muss ins Spital und kann mehrere Tage nicht seiner Arbeit nachgehen. Die Unparteiischen setzen ein Zeichen und zeigen der Gewalt im Amateur-Fussball die rote Karte.

Ein Spieler vergibt aus aussichtsreicher Abschlussposition das Tor. Kläglich. In den Junioren- und Amateurligen keine Seltenheit. Nach der Partie sorgen aber oft nicht solche Szenen für Gesprächsstoff, sondern ein umstrittener Entscheid des Unparteiischen.

Ich wünsche mir, dass der Schiedsrichter – unabhängig der Sportart – von uns Spielern, Trainern, Funktionären sowie Zuschauern mehr Wertschätzung und Respekt geniessen darf. Fussballspiele arbitrieren ist ein herausforderndes Hobby. Manchmal gelingt es besser, manchmal weniger. Fehler passieren, sie sind menschlich. Niemand ist davon gefeit. Wir Fussballer täten gut daran, uns auf unsere Aufgaben zu konzentrieren.

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