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MEIEN: Ein Krippenspiel, das Gemeinschaft fördert

Das Krippenspiel, mit viel Aufwand und Engagement gestaltet, ist ein Fixpunkt des Jahres im Meiental. Es schafft Begegnungen und fördert die Gemeinschaft im Tal, das Uri mit Bern verbindet.
Christof Hirtler
Mitreissend gespielt und inszeniert: das Meientaler Krippenspiel. (Bild: Peter Lienert (Meien, Dezember 2017))

Mitreissend gespielt und inszeniert: das Meientaler Krippenspiel. (Bild: Peter Lienert (Meien, Dezember 2017))

Christof Hirtler

redaktion@urnerzeitung.ch

«Das Meientaler Krippenspiel gibt es schon sehr lange», erinnert sich Pia Baumann-De Moliner. «Ich bin 1979 von Sisikon ins Meiental gezogen. Schon damals war das Krippenspiel Tradition. Es wurde jeweils am 24. Dezember, am letzten Schultag, im alten Schulhaus aufgeführt. Wochenlang hatten die Schülerinnen und Schüler mit dem Lehrer ­geprobt», erinnert sich Pia Baumann. Das ganze Dorf habe sich im Schulzimmer versammelt, wo selbstverständlich jeweils auch ein Christbaum aufgestellt worden sei.

«Nach dem Krippenspiel trug Kaplan Franz Bissig jeweils eine grosse ‹Weschzäinä› voller Päckli ins Schulzimmer», erzählt die Meientalerin. Dieser Moment sei immer mit Spannung erwartet worden. Es habe für jedes Kind und jede Familie Geschenke gegeben: Schuhe, Kleider, Spielsachen oder Süssigkeiten, die der Kaplan von Urner Geschäften, von Familien oder von der Winterhilfe erhalten hatte.

Krippenspiel fördert die Gemeinschaft

2001, nach der Schliessung der Schule in Meien, wurde diese Tradition vom Kirchenchor weitergeführt. 2016 bildete sich im Tal ein Organisationskomitee. Die gelernte Schneiderin Margrith Baumann-Jauch trägt die Gesamtverantwortung und ist für die Kostüme zuständig. Pia Walker-Baumann gestaltet die De­korationen und führt zusammen mit Margrith und Sarah Baumann Regie. Pia Baumann leitet den ­offenen Chor Meien. Barbara Baumann spielt Keyboard und übersetzt die Lieder in den Urner Dialekt, die Beleuchtung ist das Ressort von Claudio Walker. Flyer und Plakate werden von Bernadette Baumann entworfen.

Beim diesjährigen Krippenspiel «Ängel-Wiänachtä» spielten 13 Kinder und Jugendliche. Zehnmal wurde geprobt. Margrith Baumann ist fasziniert von der Spielfreude der Spielerinnen und Spieler: «Die Kinder erwerben sich neue Kompetenzen, lernen vor Menschen aufzutreten und an einem gemeinsamen Projekt zu arbeiten. Das verbindet.» Und Pia Baumann ergänzt: «Die Jüngste ist sechs Jahre alt und der Älteste geht bereits in die Lehre, einige sind seit Jahren dabei. Im Chor sind die Ältesten achtzig, auch deren Söhne, Töchter und Enkel singen mit. Eine Sängerin wohnt in Basel und reiste im ­Dezember für jede Probe ins ­Meiental.»

Erfrischend gespielt und mit Bezügen zum Meiental

25. Dezember, 14 Uhr: Im Schulhaus Meien ist bereits viel los: Margrith Baumann, Bernadette Baumann und Pia Baumann kontrollieren Requisiten und Kleider, kochen Kaffee und dekorieren die Tische. Kurz vor 19 Uhr machen sich die Kinder fürs Krippenspiel bereit, der Kirchenchor ist beim Einsingen. Die festlich geschmückte Kirche ist bis auf den letzten Platz gefüllt, viele stehen. Um 19.30 werden die Lichter gelöscht. Angeführt von den Engeln, ziehen die Kinder, gefolgt vom 23-köpfigen Chor, feierlich durch den Mittelgang zum Hauptaltar, der als Bühne für das Krippenspiel dient. Erzählt wird die Weihnachtsgeschichte nach dem Lukas-Evangelium: von Maria und der Erscheinung eines Engels bis zur Geburt Jesu in einem Stall, erfrischend gespielt, nach dem Text von Sarah Baumann zeitgemäss erzählt und mit Bezügen zum Meiental inszeniert.

Bei den Hirten und Tieren fühlen sich die Kinder besonders daheim: Ein Engel mistet den «Gadä» aus, «damit das Jesuskind einen sauberen Stall vorfindet». Die Spielfreude und die Textsicherheit der Kinder und Jugendlichen sind berührend. Mitreissend auch der Chor, begleitet von Barbara Baumann am Keyboard: Die modernen Kirchenlieder ergänzen das Spiel hervor­ragend.

Nach der kurzen Messe mit Father John treffen sich die Meientalerinnen und Meientaler ­sowie die vielen Besucher in der Kaffeestube des Mehrzweck­gebäudes und im ehemaligen Schulzimmer. Für die 200 Personen wird der Platz eng, zusätz­liche Festbänke werden aufgestellt. Gebäck, Nüssli und Süssigkeiten liegen auf den Tischen. Der gesamte Chor steht im Einsatz, schenkt Kaffee und Getränke aus. Eine Kasse steht bereit, bezahlt wird mit einer Kollekte. Im «Café Engel» geht es laut und fröhlich zu und her.

Teilnehmende machen eine Reise

Das Krippenspiel ist neben der Kilbi oder der Fasnacht einer der wichtigen Fixpunkte im Meiental. Zu reden gibt’s viel – vielleicht auch von der Reise, die alle Teilnehmenden des Krippenspiels unternehmen werden. Darum wird es auch diesmal spät oder eher früh. Um vier Uhr morgens, nach einem langen Tag, wird es auch für die Letzten Zeit, um nach Hause zu gehen.

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